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Milliarden-Kredite an Island
Das von einer Staatspleite bedrohte Island bekommt die dringend benötigten Milliardenkredite. Am Donnerstag kündigten der Internationale Währungsfonds in Washington und vier nordeuropäische Nachbarländer Hilfen von insgesamt 4,6 Mrd. Dollar (3,67 Mrd. Euro) an.

Reykjavik/Washington/Berlin (APA/dpa) -

Ministerpräsident Geir Haarde sagte zu den Krediten für Island: "Damit können wir bald wieder auf die Beine kommen." Für die 320.000 Bürger auf der Atlantikinsel ist die Zeit der Schreckensbotschaften mit dem Zusammenbruch der drei größten Banken, Leitzinsen von 18 Prozent und einer Teuerungsrate von 16 Prozent dennoch nicht überstanden.

Wie die Regierung in Reykjavik bestätigte, soll der Kurs der Landeswährung Krone - wie vom IWF verlangt - sobald wie möglich freigegeben werden. Der seit Jahresbeginn um mehr als 70 Prozent gegenüber Euro und Dollar abgestürzte Kurs dürfte danach noch weiter abfallen und die Inflationsrate so auf über 20 Prozent treiben.

Haarde erklärte, er rechne im Gefolge der Kredite mit einer schnellen Normalisierung des Geldverkehrs mit dem Ausland. Er war unter anderem wegen Devisenmangels weitgehend zum Erliegen gekommen. Für das kommende Jahr müsse das Land mit einer Schrumpfung der Wirtschaftskraft um zehn Prozent rechnen, sagte Haarde.

Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden stellen ihrem kleinen Partnerland im Nordischen Rat 2,5 Mrd. Dollar zur Verfügung. Neben 2,1 Mrd. Dollar vom IWF kommen kleinere Kredite über zusammen 500 Mio. Dollar aus Russland, Polen sowie von den benachbarten Färöer. Über die Höhe zweckgebundener Kredite aus Großbritannien, den Niederlanden und möglicherweise auch aus Deutschland wurden in Reykjavik keine Angaben gemacht. Nach Angaben aus dem finnischem Finanzministerium umfassen die Hilfspakete umgerechnet insgesamt 10,2 Mrd. Dollar.

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