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WAZ-Geschäftsführer Hombach erwartet "Anpassungskrise" für Medien


Moskau (dpa) - Der Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, Bodo Hombach, rechnet mit weitreichenden Folgen der gegenwärtigen Finanzkrise auf die deutsche Medienlandschaft. "Es wird keine Existenzkrise geben, aber durchaus eine Anpassungskrise", sagte Hombach am Donnerstag bei der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer in Moskau.

Nur Qualitätsjournalismus lasse sich in Zukunft noch verkaufen. Diese Qualität könne jedoch nur noch durch Einsparungen gesichert werden. "Der Sparkurs wird bitter", kündigte Hombach an. Bei der WAZ-Gruppe solle dies über die verstärkte Kooperation der vier bislang autonomen Ruhrgebietszeitungen erreicht werden. "Wir haben einen Anzeigenrückgang im Vergleich zum Vorjahr von 30 Prozent zu verkraften", sagte der Verlagsmanager. Das müsse kompensiert werden durch die gemeinsame Nutzung von Kapazitäten.

Eine Reduzierung der Auslandsberichterstattung sei in seinem Medienhaus nicht geplant. "Wir wollen unsere Korrespondentenbüros sogar eher noch ausbauen", betonte Hombach. Dies solle aber vor allem durch eine verstärkte Zusammenarbeit innerhalb der Mediengruppe auch mit den ausländischen Zeitungstiteln erfolgen. Ziel sei, dass jede Zeitung Gewinne mache. Rote Zahlen seien nicht länger zu akzeptieren.

In Russland geht die WAZ Mediengruppe weiter auf Expansionskurs. Nach der Mehrheitsbeteiligung an einer Regionalzeitung im Gebiet Tula südlich von Moskau sei die Zusammenarbeit mit einem russischen Partner auf fünf weitere Städte ausgeweitet worden. "Das Produkt ist sehr erfolgreich. Wir wollen damit in so vielen Städten wie möglich weitermachen", sagte Hombach. Der Konzern gab zudem zu Jahresbeginn die Übernahme von acht Zeitschriftentiteln in der Stadt St. Petersburg bekannt.
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