logo
Home
Mein Depot
 Name, WKN, ISIN
LSR
Fusion der Landesbanken in Stuttgart und München rückt in den Blick


Stuttgart (dpa) - Die Eigentümer der Landesbank Baden-Württemberg entscheiden an diesem Freitag über ein Milliarden-Hilfsprogramm für die LBBW und über die Aufnahme von Fusionsverhandlungen mit der BayernLB. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte am Donnerstag in Stuttgart, es werde derzeit über eine Kapitalerhöhung und eine Partnerschaft mit den Bayern beraten. "Wir wollen dabei erreichen, dass Stuttgart im Mittelpunkt bleibt." SPD- Landtagsfraktionschef Claus Schmiedel lehnte den länderübergreifenden Bankenzusammenschluss ab.

CDU-Landtagsfraktionschef Stefan Mappus bezeichnete die Fusion mit der BayernLB zwar als "naheliegend", warnte aber vor einem übereilten Zusammenschluss beider Landesbanken. Die LBBW müsse zunächst auf langfristig gesunde Füße gestellt werden, sagte Mappus der "Stuttgarter Zeitung" (Freitag). Sobald dieser Schritt sauber abgearbeitet sei, "sollten wir ganz präzise, tief und mit genügend Zeit in die Landesbank Bayern hineinschauen, um herauszufinden, was dort an Risiken schlummert". Sollte es zur Fusion kommen, müsse der Vorstandssitz einer gemeinsamen Bank in Stuttgart angesiedelt werden. Mappus betonte erneut, dass für die Lösung der LBBW-Probleme nur eine Landeslösung in Betracht komme.

Auch SPD-Fraktionschef Schmiedel wandte sich dagegen, dass die Landesbank unter den Rettungsschirm der Bundesregierung schlüpft. Wenn der Bund Garantien in Milliardenhöhe abgebe, könne er auch Einfluss auf die Strategie der LBBW nehmen, warnte "Von der Sache her gibt es kein Argument dagegen, alles selbst zu machen", sagte Schmiedel der dpa.

Die EU-Kommission kündigte indes an, die geplante Landeshilfe genau prüfen zu wollen. Nach bisherigen Plänen der Eigentümer soll die LBBW eine Kapitalspritze aus dem Land bekommen. Der Kapitalzuschuss könnte vier bis sechs Milliarden Euro betragen, der vom Land Baden-Württemberg, der Stadt Stuttgart und den Sparkassen aufgebracht werden müsste. Bisher ist im Gespräch, zur Absicherung von Krediten Garantien des Bundes von 20 bis 30 Milliarden Euro zu beanspruchen.

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, hatte vor einer Landeslösung gewarnt. Er sagte, es gebe "ermutigende Zeichen" für einen Zusammenschluss von LBBW und BayernLB. Demnächst werde im Grundsatz darüber entschieden, ob der Branchenprimus LBBW und die zweitgrößte deutsche Landesbank in München zusammenfinden.

Bis zuletzt war unklar, ob die Sparkassen im Südwesten eine Kapitalerhöhung der LBBW mittragen. Am Donnerstag rangen sie nach dpa-Informationen weiter um eine gemeinsame Position. Erst vor wenigen Tagen waren Pläne der Sparkassen bekanntgeworden, die sieben noch eigenständigen Landesbanken in drei große Blöcke im Norden, der Mitte und im Süden Deutschlands zu bündeln. Die Sparkassenverbände sind zusammen mit den jeweiligen Bundesländern gewichtige Eigentümer der Landesbanken.
 << zurück zur Übersicht