logo
Home
Mein Depot
 Name, WKN, ISIN
LSR
Merkel und Weltbank: Schwellenländer bei Krisenbewältigung einbinden
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Schwellenländer bei der Bewältigung der Finanzmarktkrise stärker mit einbinden. Es sei wichtig, "dass Regeln für alle gelten, dass es keine weißen Flecken gibt", sagte Merkel am Donnerstag bei einem Weltbankforum in Frankfurt.

Frankfurt/Main (dpa) -Das gehe nur, wenn Asien mit seinen großen Schwellenländern wie Indien und China eingebunden werde, sagte Merkel bei der Tagung zum Thema "Das asiatische Jahrhundert: Herausforderungen und Chancen".

Angesichts der Dimension der Krise warnte Merkel vor einer Abschottung der Märkte. "Ich kann nur hoffen, dass wir gerade in dieser Krise die Kurve noch enger kriegen zu offenem Handel, zu fairem Welthandel und nicht etwa in Protektionismus verfallen." Die Kanzlerin mahnte, bei aller Sorge um die Finanzbranche andere drängende Probleme wie den Klimaschutz nicht zu vernachlässigen.

Auch Weltbankpräsident Robert Zoellick appellierte, bei der Lösung der Krise die ärmsten Ländern stärker zu beteiligen. "Wir müssen uns daran erinnern, dass es die ärmsten Ländern sind, die es in dieser Krise am schwersten haben", sagte Zoellick. Die Vereinbarung der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) vom vergangenen Wochenende, eine neue globale Finanzarchitektur zu entwerfen, sei ermutigend. "Aber wenn wir eine menschliche Katastrophe verhindern wollen, müssen wir mehr tun", sagte Zoellick.

Nach Ansicht von Zoellick sollte zum Beispiel darüber nachgedacht werden, den Kreis der 20 wichtigsten Schwellen- und Industrieländer (G20) um weitere afrikanische Staaten zu erweitern. Beim G20- Weltfinanzgipfel in Washington war der Kontinent nur durch Südafrika vertreten. Auch in den Gremien der Weltbank, die sich um die Armutsbekämpfung kümmert, soll Afrika mehr Gewicht bekommen. Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) forderte eine "stärkere Rolle der Weltbank im Weltfinanzsystem" - schließlich hingen Finanz- und Ernährungskrise zusammen.

In der Diskussion um strengere Kontrollen für die Finanzbranche sprach sich Bundesbankpräsident Axel Weber gegen eine zentrale Aufsicht aus. Er könne sich nicht vorstellen, dass es eine Institution in Europa oder gar weltweit geben könnte, die die Branche überwache. "Ich denke, es ist viel besser, ein enges Netzwerk der Zusammenarbeit zwischen den Regulatoren zu knüpfen." Die Aufsichtsbehörden müssten die Geschäftsbanken jedoch in guten Zeiten daran erinnern, "dass die schlechten Zeiten kommen werden", betonte Weber: "Wir sollten die Bösen sein, die sagen: Die Party ist vorbei." dpa jb yyhe z2 ir/kf
 << zurück zur Übersicht