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IW erwartet 2009 mehr Arbeitslose - Unternehmen wollen Jobs abbauen


Berlin (dpa) - Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet für 2009 mit einem deutlichen Abschwung und mehr Arbeitslosen. Jedes dritte Unternehmen will laut einer aktuellen Konjunktur-Umfrage wegen der Wirtschaftskrise Arbeitsplätze abbauen. Die Wirtschaftsleistung dürfte 2009 in Deutschland "um knapp 0,5 Prozent" zurückgehen, sagte IW-Direktor Michael Hüther am Montag in Berlin. Anfang Oktober hatte das arbeitgebernahe Instituts noch ein Wachstum von 0,6 Prozent vorhergesagt.

Das IW erwartet nach neuen Schätzungen 2009 einen Anstieg der Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt um 190 000 auf annähernd 3,5 Millionen. Die Zahl der Erwerbstätigen werde um 230 000 auf weniger als 40 Millionen sinken. Die Exporte, bisher Stütze der deutschen Wirtschaft, werden sich laut der Herbst-Umfrage des Instituts bei 1800 Unternehmen im kommenden Jahr abschwächen.

Erstmals seit sechs Jahren erwarten mehr Firmen (26 Prozent) einen Rückgang ihrer Ausfuhren als eine Steigerung (23 Prozent). Knapp 37 Prozent der seit dem 20. Oktober befragten Firmen gehen von einem Produktionsrückgang im kommenden Jahr aus, fast 40 Prozent erwarten eine Stagnation und gut 24 Prozent ein Plus.

Hüther sagte, es sei ein "Bild der Rezession" zu erkennen. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich damit aber nicht im freien Fall." Es handele sich um eine Lage, "mit der wir umgehen können". Noch befänden sich Exporte und Produktion auf einem hohen Niveau. Auch der Arbeitsmarkt zeige sich in robuster Verfassung. Es gebe "eine gewisse Hoffnung, dass der Kern der Belegschaften gehalten werden kann", bis sich die Lage wieder bessere, ergänzte der IW-Direktor.

Der erwartete Anstieg der Erwerbslosigkeit werde den privaten Konsum in Mitleidenschaft ziehen, meinte Hüther. Die Konsumzurückhaltung wird auch in der Umfrage von 49 Prozent der Unternehmen als wesentliches Risiko genannt. Hüther sagte, dem stehe eine sinkende Inflation bei Einkommenserhöhungen von mehr als drei Prozent entgegen. "Der private Verbrauch kann vielleicht überraschen", sagte der IW-Direktor.

Als schnelle Reaktion auf die Krise fordert das Institut eine Steuerentlastung um 25 Milliarden Euro. Etwa die Hälfte davon könne durch die sofortige Streichung des Solidaritätszuschlags erreicht werden. Zudem sollten die Steuersätze für kleine und mittlere Einkommen langsamer ansteigen als bisher. Dies würde vor allem jenen Arbeitnehmern helfen, die einen großen Teil ihres Einkommens in den Konsum steckten, sagte Hüther.
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