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Lohnungleichheit in Deutschland besonders groß


Berlin (dpa) - Die Lohnungleichheit ist in Deutschland nach Feststellung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) besonders groß. "Unter den Industrieländern zählen Deutschland, Polen und die Vereinigten Staaten zu denjenigen Ländern, in denen sich die Kluft zwischen den höchsten und den niedrigsten Löhnen am raschesten vergrößert hat", geht aus dem am Dienstag vorgelegten ersten IAO- Bericht über die Löhne weltweit hervor. Abgenommen hat danach die Lohnungleichheit in Frankreich und Spanien.

Die IAO warnt angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise vor rückläufigen Reallöhnen und zunehmenden sozialen Spannungen. Auch für Deutschland sei im kommenden Jahr mit einer negativen Reallohnentwicklung zu rechnen, sagte IAO-Experte Daniel Vaughan- Whitehead in Berlin. Nach dem Bericht haben die Reallöhne in Deutschland zwischen 2001 und 2007 nur um durchschnittlich 0,51 Prozent pro Jahr zugenommen - weniger als in vielen anderen Industrieländern. Für Russland und China wurden Zuwächse von 10 Prozent und mehr ermittelt.

In positiver Lohnentwicklung verbunden mit Stärkung der Massenkaufkraft sieht die Organisation einen Schlüssel für die Erholung der Wirtschaft. Deshalb müsse der Anteil der Lohneinkommen am Bruttoinlandsprodukt zulasten der Gewinne endlich wieder gesteigert werden. Die IAO macht sich dabei für Mindestlöhne stark: Diese sollten "zum Schutz der schwächsten Arbeitnehmer" überall eingeführt und - wo immer möglich - angehoben werden. Kritik, dass Mindestlöhne generell die Arbeitslosigkeit erhöhten, wies Vaughan- Whitehead zurück.
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