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Rezession in Deutschland: Export gebremst - Konsum stützt noch etwas


Wiesbaden (dpa) - Das Abgleiten Deutschlands in die Rezession ist von einem kleinen Plus beim Konsum nur leicht abgefedert worden. Die beiden Treiber des vergangenen Aufschwungs, Exporte und Ausrüstungs- Investitionen wie zum Beispiel Maschinen, Geräte und Fahrzeuge, gaben nach. Nach zwei Minusquartalen in Folge, die am Dienstag vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden bestätigt wurden, sehen Volkswirte weiterhin trübe Aussichten für die deutsche Wirtschaft. "Im Schlussquartal dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt noch stärker schrumpfen und auch im ersten Halbjahr 2009 dürfte die Rezession andauern", schreiben Experten der Commerzbank. Auch der Bundesverband Öffentlicher Banken (VÖB), in dem die Landesbanken organisiert sind, rechnet mit einer weiteren deutlichen Eintrübung der Konjunktur.

Von Juli bis Ende September ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück, im zweiten Quartal hatte es ein Minus von 0,4 Prozent gegeben. Das Bundesamt bestätigte damit Zahlen von Mitte November. Viele Ökonomen bezeichnen zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativen Wachstumsraten nach einer angelsächsischen Definition als Rezession. Erbracht wurde die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal von 40,5 Millionen Erwerbstätigen. Das waren 582 000 oder 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Positive Wachstumsimpulse kamen alleine aus dem Inland: So waren die Konsumausgaben des Staates - vor allem Ausgaben im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung wie Arzneimittel - um 0,8 Prozent höher als im zweiten Quartal 2008. Die privaten Konsumausgaben nahmen saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent zu. "Eine Wende beim Konsum ist nicht in Sicht", urteilte jedoch die Commerzbank. Vor allem die weiterhin unsichere Wirtschaftslage in Zeiten der internationalen Finanzmarktkrise und das Bangen um Arbeitsplätze hält viele Verbraucher von größeren Investitionen ab.

Gebremst wurde die Konjunktur durch schwächere Exporte. Die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen "Made in Germany" schwächte sich nach Angaben der Statistiker im dritten Quartal deutlich ab. Zwar gab es binnen Jahresfrist noch ein Plus von 3,9 Prozent, dies war aber deutlich weniger als im ersten Quartal (plus 5,8 Prozent) und im zweiten Quartal (7,3). Weil zugleich die Importe von Juli bis Ende September mit 5,7 Prozent deutlich stärker zulegten als die Exporte, ergab sich ein negativer Außenbeitrag, der wachstumshemmend wirkte. Zum Vorquartal waren die Exporte um 0,4 Prozent niedriger.

Die Ausrüstungsinvestitionen waren im dritten Vierteljahr im Vergleich zum Vorquartal rückläufig (minus 0,5 Prozent), nachdem sie zuvor sieben Quartale in Folge zugelegt und zum Wirtschaftsaufschwung der vergangenen zwei Jahre beigetragen hatten.

Im Jahresvergleich stieg die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal preisbereinigt um 1,3 Prozent. Dank des starken Jahresbeginns 2008 mit einem Wachstum von real 1,4 Prozent stehen nach den ersten drei Quartalen unterm Strich laut Statististischem Bundesamt 1,8 Prozent Wachstum. Die fünf "Wirtschaftsweisen" rechnen in diesem Jahr insgesamt mit 1,7 Prozent Wachstum in Deutschland.
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