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Kauflaune noch gut - aber Konjunkturpessimismus groß wie noch nie


Nürnberg (dpa) - Kurz vor Weihnachten sind die Verbraucher in Deutschland in Kauflaune, insgesamt sehen sie aber immer schwärzere Wolken am Konjunkturhimmel heraufziehen. Während sich das aktuelle Konsumklima in Deutschland leicht verbessert habe, seien die Konjunkturerwartungen auf einen historischen Tiefstand gesunken, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag in Nürnberg mit. Die Rezessionsängste seien inzwischen Realität. Im November fiel der Indikator der Erwartungen um weitere 3,6 Punkte. Mit einem Wert von -30,1 Punkten ist er nun auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebungen im Jahre 1991.

Durch die leicht erhöhte Kaufbereitschaft in der Vorweihnachtszeit prognostizierter der Gesamtindikator nach 1,9 Punkten im November für Dezember aber einen Wert von 2,2 Punkten. Dafür sorgten steigende Einkommenserwartungen und die deutlich verbesserte Bereitschaft, sich etwas anzuschaffen. Fallende Preise bei Heizöl, Benzin und künftig vermutlich auch bei Gas stärkten die Kaufkraft der Konsumenten, erklärte die GfK. Auch die Tarifabschlüsse in der Metall- und Elektroindustrie dürften mit verantwortlich dafür sein, dass die Einkommensstimmung zum vierten Mal in Folge gestiegen sei. Für das Weihnachtsgeschäft gebe es deshalb keinen Anlass zu übertriebenem Pessimismus, sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst. "Die Konsumenten möchten sich das Weihnachtsfest nicht verderben lassen."

2009 stehe Deutschland dann aber vor einem schwierigen Jahr. Weder das Banken-Rettungspaket noch das Konjunkturprogramm hätten für einen Stimmungsumschwung sorgen können. Die Produktionsstopps in der Automobilindustrie dürften den Pessimismus zusätzlich genährt haben und die Angst vieler Beschäftigter vor einem Jobverlust schüren, warnte die GfK. Es gebe jedoch noch einige positive Faktoren: Die Arbeitslosigkeit sei niedrig, die Inflationsrate nicht mehr so hoch, und die jüngsten Tarifabschlüsse seien in Ordnung gewesen. "Man muss den Konsum für 2009 nicht abschreiben", betonte der Vorstandschef des größten deutschen Marktforschungsinstituts.

Wübbenhorst forderte möglichst rasche Steuersenkungen, um die Konjunktur zu stabilisieren. "Es nützt nichts, Steuerentlastungen erst für 2010 anzukündigen", sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Nürnberg. "Es gibt keinen Grund, damit zu warten. Wenn man Steuersenkungen ins Auge fasst, dann sollte man sie jetzt vorziehen. Das kann den Konsum antreiben." Der GfK-Chef nannte in diesem Zusammenhang die britischen Pläne, mit einer Senkung der Mehrwertsteuer die Konsumlaune zu verbessern, interessant. Eine befristete Absenkung der Mehrwertsteuer wäre auch in Deutschland eine gute Maßnahme, um die Rezession nicht tiefer werden zu lassen, sagte er. In schwierigen Zeiten seien Mut und Kreativität gefordert.  << zurück zur Übersicht