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Werbeexperte: Rabatte helfen nicht gegen Rezessions-Ängste


Düsseldorf (dpa) - Warnung vor einer kostspieligen Rabattschlacht im Einzelhandel: Rotstiftpreise reichen nach Experten-Ansicht in Zeiten der Rezession allein nicht zur Belebung des Konsums aus. "Es wird Rabattschilder im Einzelhandel geben. Das wird aber nicht helfen", sagte der Präsident des Deutschen Marketing-Verbandes, Bernd M. Michael, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die Handelsunternehmen sollten stärker darauf setzen, Qualität und Leistung herauszustellen. "Der Preis muss die Überraschung sein", sagte Michael. Die Werbeagenturen müssten Argumente liefern, "warum man spart, obwohl man Geld ausgibt." Michael geht außerdem davon aus, dass häufiger angeboten wird, jetzt zu kaufen und später zu bezahlen.

Schwierig dürfte es 2009 gerade für die Modebranche werden. Accessoires seien eine Alternative zu neuer Bekleidung. "Ich leiste mir kein neues Kleid, aber einen neuen Schal oder einen neuen Gürtel", meinte Michael. Kleine Freuden werde man sich gönnen. Für Billiganbieter herrsche Hochkonjunktur. Besonders Baumärkte könnten profitieren, weil man wieder mehr selbst mache.

Eine große Chance böten die kaufkräftigen Konsumenten über 50. Hier gehe es nicht nur um die eigenen Bedürfnisse der 50-Plus- Generation, sondern auch um eine mögliche Unterstützung von Kindern und Enkeln in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. "Endlich kann ich denen mal eine Freude machen", beschreibt der Marketing-Experte Überlegungen zu neuen Werbekampagnen.

Für die Werbebranche erwartet der ehemalige Chef von Grey Europa 2009 keinen Auftragseinbruch. "Ich rechne mit einem Nullwachstum." Die Medien werden nach seiner Ansicht in einem überfüllten Markt ihre Werbeplätze aggressiv anbieten. Die Folge seien günstigere Preise für Anzeigen und Werbespots. Viele Unternehmen würden dies nutzen, um mehr zu werben, ohne dafür mehr bezahlen zu müssen.

Gespräch: Volker Danisch, dpa
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