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UN-Chef: Krieg gegen Terror nicht wichtiger als Armutsbekämpfung


Doha (dpa) - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die reichen Industrienationen davor gewarnt, sich in ihrer Außenpolitik zu sehr auf den Kampf gegen den Terrorismus zu fixieren. "Der Kampf gegen die Armut ist nicht weniger wichtig als der Kampf gegen den Terror", sagte Ban am Samstag bei der Eröffnung einer Internationalen Konferenz für Entwicklungsfinanzierung in Doha, der Hauptstadt des Golfemirats Katar. Es sei sehr bedauerlich, dass nur wenige Staats- und Regierungschefs aus den Industrienationen es für nötig befunden hätten, an der viertägigen Konferenz teilzunehmen, fügte er hinzu. Auch Vertreter von Nichtregierungsorganisationen kritisierten das "mangelnde Interesse der reichen Länder".

Zu den Teilnehmern der Konferenz gehörten unter anderem der französische Präsident Nicolas Sarkozy und der iranische Staatschef Mahmud Ahmadinedschad. Für die Bundesregierung reiste Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) nach Doha. Die Ministerin wollte sich während der Konferenz für einen verbindlichen Zeitplan zur Steigerung der Mittel für die Armutsbekämpfung einsetzen. Außerdem will die Bundesregierung die Entwicklungsländer motivieren, Steuerschlupflöcher zu schließen und die Korruption effektiver zu bekämpfen. Dazu gehöre auch, dass jeder Staat seine Einnahmen aus Rohstoffverkäufen für die Bürger transparent mache.

Der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Chalifa Al-Thani, sagte, die reichen Staaten müssten verstehen, "dass die Entwicklung wie ein Schirm des Friedens ist, der alle schützt". Gleichzeitig erklärte er, es sei falsch, den Staaten mit großen Ölvorkommen bei der Armutsbekämpfung einen zu großen Teil der Last aufzubürden. dpa  << zurück zur Übersicht