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Mittelständler wehren sich gegen SAP: "Marktmacht ausgenutzt"

Düsseldorf/Walldorf (dpa) - Knapp 100 Mittelständler haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen die vom Softwareriesen SAP angekündigte Erhöhung der Wartungsgebühren für Software vorzugehen. "Wenn jemand seine Marktmacht ausnutzt, muss man sich dagegen wehren", sagte ein Sprecher des beteiligten Hausgeräteherstellers Miele am Donnerstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Neben Miele gehören so bekannte Namen wie Bitburger, Krombacher, Gerolsteiner, Jenoptik, Villeroy & Boch, Lorenz Bahlsen Snacks oder Klosterfrau der Gruppe an. Sie wollen SAP zu Gesprächen an den Verhandlungstisch zwingen.

Die Unternehmen sind nicht bereit, 22 statt bislang 17 Prozent ihrer Lizenzgebühren jährlich für die Wartung ihrer SAP-Software zu zahlen. Ein SAP-Sprecher verteidigte die Erhöhung, die für bestehende Kunden schrittweise erfolgt: "Wir passen uns nur dem branchenüblichen Niveau an." Seit zehn Jahren sei der Gebührensatz unverändert geblieben. Zudem bekämen die Kunden nun mehr Leistung geboten, unter anderem bis zu neun Jahre garantierten Service für die Software und auch die Wartung von verbundenen Fremdsystemen.

"Es geht nicht nur um den Prozentsatz", sagte der IT-Chef des Getränkeabfüllanlagen-Herstellers Krones, Michael Kranz, dessen Unternehmen sich der Initiative ebenfalls angeschlossen hat. Es gehe um die Art und Weise, mit der die Erhöhung kommuniziert worden sei. "Bislang hat man mit SAP immer reden können. Jetzt stellen die sich stur." Daraus habe er die Konsequenzen gezogen: "Die Wartungsverträge sind zum 31. Dezember gekündigt."

Nach Angaben des Sprechers der Initiative blieb ein gemeinsam unterzeichneter Brief an die beiden SAP-Chefs Henning Kagermann und Léo Apotheker unbeantwortet. "Die reden einfach nicht mit uns." Er drohte: "Die IT-Leute der Unternehmen sind durchaus in der Lage, Alternativen zu SAP zu finden." Gleichzeitig betonte er: "Es soll nicht zu einem Bruch kommen." Vorrangiges Ziel seien Gespräche.

Der Aufstand der Mittelstandskunden kommt für SAP zur Unzeit, wollen die Walldorfer mit ihrer betriebswirtschaftlichen Software nach den Konzernen doch nun vor allem Mittelständler für sich gewinnen. "Der Mittelstand ist uns wichtig und wir sind hier auch gut im Geschäft", sagte der SAP-Sprecher.
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