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Middelhoff räumt Fehler ein: Karstadt-Krise "ganz klar hausgemacht"


Essen/Hamburg (dpa) - Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat drei Monate vor seinem Rückzug von der Konzernspitze eine Teilschuld an der Krise bei der Kaufhaus-Tochter Karstadt eingeräumt. Die Probleme bei den Warenhäusern im vergangenen September seien "leider ganz klar hausgemacht gewesen", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Den Rückschlag "habe ich zu verantworten, weil ich falsche Personalentscheidungen getroffen habe". Middelhoff legt zum 1. März 2009 den Vorstandsvorsitz bei dem Essener Handels- und Touristikkonzern nieder.

Bei Karstadt habe im vergangenen Jahr eine Fehlentwicklung eingesetzt, "weil dem zuständigen Management die Kosten aus dem Ruder liefen", sagte Middelhoff. Er selbst habe das Problem zwar frühzeitig erkannt, sich aber gescheut das Management auszuwechseln. Weil der Konzern damals in Fusionsverhandlungen mit anderen Kaufhausbetreibern steckte, "hielt ich es nicht für günstig, den Chef der Warenhaussparte auszutauschen". Das sei aus heutiger Sicht ein Fehler gewesen. Die Banken hatten Arcandor im September vorübergehend die Kredite gedeckelt.

Inzwischen sei der Konzern aber wieder auf dem richtigen Weg, betonte Middelhoff. Dazu hätten die Mitarbeiter, die schon zum zweiten Mal auf Teile ihres Lohns verzichten, einen "ganz wesentlichen Beitrag" geleistet. Die Kaufhäuser seien "jetzt der einzige Problemfall in einem ansonsten gesunden Unternehmen".

Am Montag legt Middelhoff bei seiner letzten Bilanzpräsentation die Geschäftszahlen für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr vor. Ende Februar übergibt er dann die Konzernführung an den jetzigen Telekom-Finanzchef Karl-Gerhard Eick. Middelhoff war 2005 zu Arcandor gekommen.
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