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800 Millionen Dollar Strafe für Siemens


München (APA/dpa/ag.) - In der milliardenschweren Korruptionsaffäre will der Siemens-Konzern einer 800-Millionen-Dollar Strafe an die US-Behörden zustimmen. Der Vergleich sieht laut "Süddeutscher Zeitung" vor, dass Siemens wegen mangelnder interner Kontrollen und Verstößen gegen Rechnungslegungsvorschriften die Summe an die US-Behörden zahlt, im Gegenzug aber nicht wegen Bestechung verurteilt wird.

Ein Unternehmenssprecher teilte am Samstag mit, man stehe "kurz vor dem Abschluss der Untersuchungen durch die US-Börsenaufsicht SEC und das US-Justizministerium". Der Aufsichtsrat will am Montag in dieser Angelegenheit zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Ein Aufsichtsratsmitglied sagte der "Süddeutschen Zeitung" (online-Ausgabe) am Samstag, bei der Sitzung in München solle das Verhandlungsergebnis angenommen werden.

Siemens-Mitarbeiter hatten in der Vergangenheit weltweit Zahlungen für Beraterverträge angewiesen, ohne dass entsprechende Gegenleistungen erbracht wurden. In den Ermittlungsunterlagen werden Siemens mehr als 4.000 Zahlungen in einer Gesamthöhe von mehr als einer Milliarde Euro zur Last gelegt. Die SEC spricht von 1,4 Milliarde US-Dollar, die zwischen 2001 und 2007 geflossen sein sollen.

Wenn der Aufsichtsrat dem Vergleich zustimmt und die Vereinbarung vor Gericht besiegelt wird, könnten die Verfahren in den USA postwendend eingestellt werden. Siemens hatte im November eine Rückstellung von einer Milliarde Euro für zu erwartende Geld-Bußen in den USA und Deutschland gebildet.
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