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VW-Chef Winterkorn will Management auf Sparkurs einschwören


Wolfsburg (dpa) - Angesichts der Krise in der Automobilindustrie will VW-Chef Martin Winterkorn die Führungskräfte des Konzerns auf einen Sparkurs einschwören. Ein Vertrauter Winterkorns sagte der Branchenzeitung "Automobilwoche" mit Blick auf eine VW-Managementkonferenz am kommenden Donnerstag: "Wir rechnen mit einer schonungslosen Bestandsaufnahme und mit unmissverständlichen Spar-Appellen, auch wenn es VW im Vergleich zu vielen Konkurrenten noch gut geht."

Bei Europas größtem Autokonzern Volkswagen war der Absatz im November eingebrochen. Die Zahl der Auslieferungen weltweit sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16,5 Prozent auf rund 447 000 Fahrzeuge. Im vierten Quartal stellten die Einbrüche auf dem Weltmarkt auch VW "massiv auf die Probe", sagte Konzernvertriebschef Detlef Wittig. In den ersten elf Monaten des Jahres 2008 steigerte der Konzern den Absatz gegen den Trend in der Automobilindustrie aber noch um knapp ein Prozent auf 5,73 Millionen Fahrzeuge.

Der Auto-Absatz ist in den vergangenen Wochen und Monaten vor allem in Nordamerika und Westeuropa drastisch zurückgegangen. Auch in den bisherigen Wachstumsmärkten habe sich die Dynamik stark abgeschwächt, teilte VW mit. Dazu zählen etwa China und Brasilien.

Laut "Automobilwoche" lässt Winterkorn unter anderem die Stückzahlprognosen für die bereits fertiggestellten oder noch im Bau befindlichen VW-Werke in Russland, Indien und den USA nochmals überprüfen. Im Zuge des jüngst beschleunigten Trends zu kleineren Fahrzeugen und verbrauchsgünstigen Motoren würden zugleich zahlreiche Pkw-Projekte auf ihre Machbarkeit hin analysiert. "Derzeit wird intensiv die Frage diskutiert, welche Autos der Zukunft womöglich auf Eis gelegt oder ganz gestrichen werden sollten", zitierte die Zeitung einen VW-Insider. In Wolfsburg herrsche inzwischen die Auffassung vor, dass die Misere der Autowirtschaft in wichtigen Verkaufsregionen deutlich bis ins Jahr 2010 hineinreichen werde.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" rechnet Winterkorn damit, dass der Absatz der Autoindustrie im kommenden Jahr dramatisch einbricht. Gegenüber Top-Managern des Konzerns habe Winterkorn gesagt, man müsse sich darauf einstellen, dass der Automobilverkauf weltweit um 20 bis 25 Prozent zurückgeht. Den VW- Konzern werde es nach Ansicht Winterkorns zwar nicht so stark treffen. Aber auch er müsse sich darauf einstellen, 10 bis 12 Prozent weniger Fahrzeuge verkaufen zu können.
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