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Arcandor mit Millionenverlust - Aber Zuversicht für 2008/2009


Frankfurt/Essen (dpa) - Der Handels- und Tourismuskonzern Arcandor hat im abgelaufenen Geschäftsjahr unter anderem wegen kräftiger Einbußen bei der Warenhaustochter Karstadt und hoher Kosten beim Umbau des Konzerns einen dreistelligen Millionenverlust hinnehmen müssen. Unterm Strich stand für das Geschäftsjahr 2007/2008 (30. September) ein Verlust von 745,7 Millionen Euro, wie die Essener Arcandor AG am Montag in Frankfurt mitteilte.

Im operativen Geschäft erzielte der MDAX-Konzern, der 2007 nur ein Rumpfgeschäftsjahr von neun Monaten bis Ende September hatte, auf der Basis von pro-forma-Zahlen ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 820,2 Millionen Euro nach pro forma 687 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz blieb mit 19,9 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant (pro forma: 20,1 Mrd. Euro). Zum Bilanzstichtag wuchs der Schuldenberg von Arcandor auf 944 Millionen Euro - wobei diese Nettofinanzschulden Verbindlichkeiten wie Kredite und Anleihen umfassen.

Hauptstütze des Geschäfts blieb der Tourismuskonzern Thomas Cook, deren Haupteigentümer Arcandor ist. Europas zweitgrößter Tourismuskonzern trägt rund 60 Prozent des Umsatzes und rund 90 Prozent des operativen Konzern-Ergebnisses bei.

Dagegen habe es bei Karstadt ein "eindeutiges Missmanagement bei den Kosten" und eine "verfehlte Rabattpolitik" gegeben, sagte Finanzvorstand Peter Diesch. Dies führte in den Warenhäusern zu einem Einbruch des bereinigten EBITDA binnen Jahresfrist von plus 147,7 Millionen Euro auf minus 4,2 Millionen Euro. Inzwischen wurde das Karstadt-Management fast komplett ausgetauscht - und Arcandor sieht die Warenhaustochter auf dem Weg zur Trendwende. Für das Geschäftsjahr 2008/2009 bekräftigte der scheidende Arcandor-Chef Thomas Middelhoff für den Konzern die Prognose, im operativen Geschäft mehr als 1,1 Milliarden Euro Gewinn zu erzielen.
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