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Merck drosselt Chemie-Produktion - Keine Entlassungen geplant


Darmstadt (dpa) - Das Pharma- und Chemieunternehmen Merck drosselt wegen eines starken Nachfragerückgangs seine Produktion. Betroffen sind die Herstellung von Flüssigkristallen für Flachbildschirme und von Effektpigmenten unter anderem für Autolacke, wie das Unternehmen am Mittwoch in Darmstadt mitteilte. Die Betriebe oder Anlagen würden im ersten Halbjahr 2009 je nach Bedarf für mehrere Wochen heruntergefahren. Weltweit seien dort rund 800 Mitarbeiter, davon die Mehrzahl in Deutschland, beschäftigt. Entlassungen seien nicht geplant.

Allein am Firmensitz in Darmstadt sind rund 400 Mitarbeiter der dort insgesamt rund 8600 Mitarbeiter betroffen. Weitere Maßnahmen sind auch im südhessischen Gernsheim geplant, wo insgesamt rund 900 Mitarbeiter tätig sind. Die Produktionsanpassung soll vor allem durch die Ausnutzung von Arbeitszeitkonten, Jahresurlaub oder auch den vorübergehenden Einsatz von Mitarbeitern in anderen Bereichen - etwa der Pharmaherstellung - umgesetzt werden. Zum konkreten Umfang des Nachfragerückgangs und der Zahl der stillzulegenden Anlagen wurden keine Angaben gemacht.

In den vergangenen Monaten hatten zahlreiche Hersteller von Flachbildschirmen die Erwartungen zurückgeschraubt, einige haben auch Entlassungen angekündigt. Merck ist Weltmarktführer bei der Herstellung von Kristallen für Flachbildschirme. Auch der Autobau, für den Merck Effektpigmente für Lacke liefert, leidet derzeit unter einem massivem Nachfrageeinbruch. Die im DAX notierte Merck KGaA hat mit Pharma- und Chemieprodukten zwei große Standbeine und beschäftigt weltweit 32 500 Mitarbeiter. Der Wert der Merck-Aktie brach nach Bekanntgabe der Pläne um zeitweise mehr als zehn Prozent auf 55,16 Euro ein und war damit das Schlusslicht im DAX.
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