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Schraubenkönig Würth - vorbestraft, selbstbewusst und spendabel


Stuttgart (dpa) - Selbstbewusst und spendabel gibt sich der Schraubenmilliardär Reinhold Würth in der Öffentlichkeit. Absurd sei es, ihm bewusste Steuerhinterziehung zu unterstellen, wo er doch etliche Millionen für öffentliche Belange gespendet habe. Überhaupt könne von Hinterziehung nicht die Rede sein, die Steuern seien lediglich an das falsche Finanzamt gezahlt worden, sagte er im Juli. Doch Würth ist wegen Steuerhinterziehung vorbestraft. Schätzungen zufolge musste er eine Geldstrafe von rund 3,5 Millionen Euro zahlen.

Schon während des Prozesses im Mai 2008 kursierten Gerüchte, Würth wolle ins Ausland abwandern. Nun macht der vorbestrafte Schraubenkönig ernst. Das Würth-Unternehmen im hohenlohischen Künzelsau kommentierte die Pläne des 73-Jährigen, nach Österreich zu ziehen und auch die dortige Staatsbürgerschaft anzunehmen, mit den Worten: Mit abnehmenden beruflichen Aktivitäten werde Salzburg immer mehr zu seinem Altersruhesitz. Medien nannten auch seine Verärgerung über die Erbschaftssteuer-Debatte und die Steuerpolitik als möglichen Grund für sein Vorhaben.

Würth machte eine kleine Schraubenhandlung zum Weltmarktführer. Schon mit 14 Jahren trat er beim Vater in die Lehre ein. Nach dem Tod des Vaters übernahm Würth 1954 im Alter von 19 Jahren die Geschäftsleitung. Mittlerweile umfasst sein Imperium rund 400 Gesellschaften in mehr als 80 Ländern. Im Geschäftsjahr 2008 erzielte der Konzern mit 65 000 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 9,2 Milliarden Euro.

1994 schied der heute 73-Jährige aus der operativen Geschäftsleitung aus. Heute ist Würth Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrates. Der Vorzeigeunternehmer gehört zu den reichsten Männern Europas. Das Magazin "Forbes" schätzt sein Vermögen auf weit über fünf Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro). Würth ist begeisterter Flieger und einer der größten Kunstsammler in Europa. In seinen Depots lagern mehr als 10 000 Kunstwerke.

Würth baute auch mehrere Museen. Am Stammsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau eröffnete er 1991 das Museum Moderner Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Zehn Jahre später eröffnete er die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall. Weitere Würth-Museen stehen etwa im Elsass oder in Spanien. Er unterstützt zahlreiche Projekte, wie ein Hotel, in dem behinderte und nicht behinderte Menschen gemeinsam arbeiten. dpa is/bs yysw w4 pi
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