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VW-Chef stimmt Management auf harte Zeiten ein - Absatz bricht ein


Wolfsburg/Dresden (dpa) - VW-Chef Martin Winterkorn hat angesichts eines dramatischen Absatzeinbruchs auf dem Automarkt die weltweite Führungsmannschaft der Marke Volkswagen auf harte Zeiten eingestimmt. Bei einem Management-Treffen am Donnerstag in Dresden ging es zugleich um Wege zur Abmilderung der Krise auf den internationalen Absatzmärkten. "Ein weiter so kann es nicht geben", hatte der VW-Chef schon vor der Tagung deutlich gemacht. Vor allem in den USA und Westeuropa spitzt sich die Lage zu.

VW hatte die Investitionsplanung für die kommenden Jahre wegen der Unsicherheiten verschoben und will darüber nun erst im März entscheiden. Schwerpunkte sollen jetzt vor allem spritsparende Motoren und kleinere Autos sein. Winterkorn hat mehrfach betont, die Kostenbremse müsse konsequent angezogen und nicht unbedingt notwendige Investitionen zurückgestellt werden.

Der VW-Chef geht für den Weltmarkt 2009 von 20 Prozent Absatzrückgang aus. Für den Wolfsburger VW-Konzern rechnet Winterkorn mit rund 10 Prozent weniger verkauften Autos als in diesem Jahr - das wären rund 5,6 Millionen Autos. In diesem Jahr erwartet VW trotz Wirtschaftsflaute noch, den Absatz von 6,2 Millionen Autos von 2007 zu übertreffen.

Das Wirtschaftsmagazin "Capital" berichtete in seiner Ausgabe vom Donnerstag, der VW-Konzern habe seine internen Absatzerwartungen für 2009 sogar um 20 Prozent reduziert. Ein VW-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Die Planungszahlen für das kommende Jahr waren bisher nicht veröffentlicht worden. "Capital" schrieb, ursprünglich habe VW im kommenden Jahr 7,45 Millionen Autos verkaufen wollen.

Im November war der Absatz auch bei Europas größtem Autokonzern eingebrochen. Die Zahl der Auslieferungen weltweit sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16,5 Prozent auf rund 447 000 Fahrzeuge. Im vierten Quartal stellten die Einbrüche auf dem Weltmarkt nach den Worten von Konzernvertriebschef Detlef Wittig auch VW "massiv auf die Probe". Selbst in den bisherigen Wachstumsmärkten habe sich die Dynamik stark abgeschwächt - dazu zählen etwa China und Brasilien.

In den ersten elf Monaten des Jahres 2008 steigerte der Konzern den Absatz gegen den Trend in der Branche noch um knapp ein Prozent auf 5,73 Millionen Fahrzeuge. Der VW-Konzern sah sich bisher vor allem wegen seiner Präsenz auf allen wichtigen Automärkten, seiner Mehrmarkenstrategie sowie seines Angebots an neuen Modellen, verbrauchsarmen Motoren und der Kompetenz für Kleinwagen gut aufgestellt. Diese Vorteile will Winterkorn ausbauen.

Der VW-Chef hielt dem Vernehmen nach auch bei dem Management-Treffen in Dresden weiter an den langfristigen Ziele der "Strategie 2018" fest. Danach soll der Absatz bis 2018 konzernweit um fünf auf 11,2 Millionen Fahrzeuge erhöht werden. Dabei soll der Absatz der Kernmarke von 3,6 Millionen 2007 auf mindestens 6,5 Millionen Autos wachsen. Die Produktivität soll jedes Jahr um zehn Prozent steigen.
dpa ta yyni z2 gö
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