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Commerzbank muss für Rettungsschirm höheren Festzins zahlen


Frankfurt/Main (dpa) - Die Commerzbank muss für ihren staatlichen Rettungsschirm höhere feste Zinsen zahlen als zunächst geplant. Zudem hängt die genaue Zahlung nicht mehr von der Wertentwicklung der Aktie ab, sondern von möglichen Dividendenausschüttungen, erläuterte die Bank am Samstag eine Pflichtmitteilung vom Freitagabend.

Die Vereinbarung mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) sieht nun vor, dass die Bank 8,2 Milliarden Euro vom Staat als stille Einlage erhält. Dieses Geld wird zu jährlich neun Prozent verzinst. Sollte die Bank ab dem Jahr 2011 wieder eine Dividende ausschütten, steigt der Zinssatz zum Beispiel bei 50 Cent Dividende um einen weiteren Prozentpunkt.

Der ursprüngliche Plan hatte dagegen vorgesehen, dass die Bank im Schnitt nur sieben Prozent an Zinsen zahlt. Zugleich sollte aber der Rückzahlungsbetrag an die Wertentwicklung der Commerzbank-Aktie gekoppelt sein. So hätte die Bank zum Beispiel bei einem Anstieg des Aktienkurses von zuletzt 6,23 auf 14 Euro und Rückzahlung des Geldes Ende 2009 ganze 20 Prozent mehr zahlen müssen. Die Schwelle für höhere Zahlungen lag bei 10 Euro je Aktie.

Nach Angaben eines Sprechers treibt die neue Regelung die Kosten für die Bank daher nicht unbedingt nach oben. Das Geld soll nun auch bereits in einer Tranche zum Jahreswechsel fließen und nicht wie zunächst geplant in zwei Teilzahlungen. Der Zinssatz liegt am oberen Ende des von der EU-Kommission durchgesetzten Rahmens, der angeschlagenen Banken höhere Zinsen abverlangt.

Neben der Geldspritze, die komplett dem zuletzt geschmolzenen Eigenkapital der Bank zugute kommt, übernimmt der Sonderfonds wie geplant Garantien für Schuldverschreibungen der Commerzbank in Höhe von 15 Milliarden Euro. Die Bank verpflichtete sich außerdem, für 2008 und 2009 keine Dividende auszuschütten und Sonderkredite in einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro für den Mittelstand zur Verfügung zu stellen.

Vorstandssprecher Martin Blessing erklärte, dass sein Institut das Kreditvolumen für den deutschen Mittelstand in diesem Jahr bereits um einen zweistelligen Prozentsatz auf 43 Milliarden Euro gesteigert habe. In einem "unverändert schwierigen wirtschaftlichen Umfeld" nutze man das erhöhte Kernkapital nun zur Ausweitung dieses Volumens.

Die Commerzbank hatte als erste große private Geschäftsbank die Staatshilfe angenommen und dabei auch Begrenzungen bei den Managergehältern akzeptiert. Durch die Finanzkrise und die Belastungen aus dem Kauf der Dresdner Bank war die Kapitaldecke der Commerzbank bis Ende September auf international vergleichsweise niedrige 7,3 Prozent geschrumpft. Sie soll durch die staatliche Hilfe auf knapp elf Prozent steigen. Auf die Geschäftspolitik soll der Staat als neuer Teilhaber keinen direkten Einfluss nehmen. dpa rg/ce yyhe n1 bb
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