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Sekt-Marktführer Rotkäppchen-Mumm trotzt der Krise

Von Gitta Keil, dpa
Freyburg (dpa) - Für den Chef des Sekt-Marktführers Rotkäppchen- Mumm, Gunter Heise, darf es ruhig noch ein Schluck mehr sein. Trotz Konsumflaute und Rezession erwartet das Unternehmen mit Hauptsitz im sachsen-anhaltischen Freyburg für 2008 erneut Steigerungen bei Absatz und Umsatz. "Wir sind vorsichtig zufrieden", sagt Heise diplomatisch und hofft, dass Deutschlands Sektliebhaber zum Jahresausklang noch einmal kräftig die Korken knallen lassen.

2007 hatte Rotkäppchen mit rund 500 Beschäftigten an fünf Standorten in Sachsen-Anhalt, Hessen, Baden-Württemberg und Thüringen mit einem Marktanteil von 39,1 Prozent im deutschen Sektmarkt die Konkurrenz abgehängt. Mit einem Absatz von 186 Millionen Flaschen Sekt, Spirituosen und Wein (2006: 168,4) kletterte der Umsatz auf den Rekordwert von 709,5 Millionen Euro (2006: 651,5 Millionen Euro). Über die Gewinnsituation macht das Unternehmen keine Angaben.

Trotz Preiserhöhungen etwa bei der Kernmarke Rotkäppchen erwartet Heise entsprechend dem Trend im Gesamtmarkt ein Absatzplus von etwa 8,2 Prozent (Stand August 2008). "Die Bäume wachsen aber nicht in den Himmel." Auch Konkurrent Schloss Wachenheim AG setzte Preiserhöhungen am Markt durch und schaffte es, so in die Gewinnzone zurückzukommen. Nach roten Zahlen im Vorjahr wies das Unternehmen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 (30. Juni) einen Überschuss von 1,5 Millionen Euro aus.

Während Deutschland wegen der drohenden tiefen Wirtschaftskrise beklommen auf 2009 blickt, gibt sich Heise "verhalten optimistisch". Bisher gebe es noch keine Anzeichen, dass den Deutschen die Sektlaune vergehen werde. "Wir glauben, nächstes Jahr wird nicht die Welt zusammenbrechen. Man muss in so einem Jahr um jeden Kunden kämpfen", sagt Heise und räumt ein: "Prognosen fallen momentan allerdings schwer."

Rotkäppchen-Mumm - Produzent von Sekt als Hauptumsatzbringer, Weinen und seit der Übernahme von Eckes auch von Spirituosen - stellt die Weichen auf weiteres Wachstum und investiert insgesamt knapp 20 Millionen Euro. Nach der bereits erfolgten Erweiterung der Gärkapazitäten am Standort Freyburg soll im kommenden Jahr noch die Sektreife- und Lagerhalle ausgebaut werden. Am Standort Eltville (Hessen) soll eine Abfülllinie erneuert werden.

Der verhaltene Optimismus der Branche ist nicht unbegründet, gelten doch die Deutschen ungeachtet aller Krisen und Flauten als Weltmeister im Konsum von Sekt/Schaumweinen. 2007 lag der Pro-Kopf- Verbrauch nach Angaben des Verbandes Deutscher Sektkellereien bei knapp 3,8 Litern. Seit 2001 hat sich der Verbrauch um diesen Wert herum eingependelt. Vom Spitzenjahr 1994, als der Pro-Kopf-Verbrauch bei 5,15 Litern lag, ist das allerdings weit entfernt.  << zurück zur Übersicht