logo
Home
Mein Depot
 Name, WKN, ISIN
LSR
Das lange Ringen um die Rettung des Merckle-Imperiums


Ulm (dpa) - Der in Finanznot geratene Milliardär Adolf Merckle (ratiopharm, HeidelbergCement) hat sich mit seinen Gläubigerbanken auf Eckpunkte eines Sanierungskonzepts für sein weit verzweigtes Firmenimperium geeinigt. Ob er das Angebot der Geldhäuser annehmen wird, will der 74-Jährige erst Anfang 2009 entscheiden. Eine Chronologie des wochenlangen Ringens um die Rettung seines Firmengeflechts:

14. November: Erstmals wird über einen Verkauf des zur Merckle- Gruppe gehörenden Generika-Herstellers ratiopharm spekuliert. Damit soll nach Medienberichten die Bilanz von Deutschlands größtem Baustoffhersteller HeidelbergCement verbessert werden.

17. November: Merckle hat sich laut Finanzkreisen mit VW-Aktien verspekuliert und dabei schwere Verluste eingefahren.

18. November: Merckle spricht mit Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) über eine Landesbürgschaft, stellt aber keinen Antrag. Nach Zeitungsangaben geht es um 150 Millionen Euro.

20. November: Der Milliardär bestätigt offiziell, dass er bei Wetten mit VW-Aktien einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag verloren hat. In Bankenkreisen wird der Finanzierungsbedarf Merckles jedoch später auf 700 Millionen bis 1 Milliarde Euro geschätzt. Weitere Quellen sprechen davon, dass auf der Beteiligungsgesellschaft VEM Vermögensverwaltung mindestens Schulden in Höhe von drei bis fünf Milliarden Euro lasten.

25. November: Bei einer Betriebsversammlung von ratiopharm sagt Adolf Merckles Sohn Ludwig, dass die Banken auf eine Zerschlagung des Firmenimperiums dringen.

2. Dezember: In der Nacht läuft ein Stillhalteabkommen mit den rund 30 Gläubigerbanken ab. Eine Lösung wird nicht erzielt. Die Verhandlungen gehen weiter.

3. Dezember: Merckle legt beim Angebot nach und stellt Sicherheiten sowie Vermögenswerte aus dem privaten Vermögen zur Verfügung. Bisher hat Merckle nach Angaben aus Kreisen rund zehn Millionen Euro angeboten.

8. Dezember: Der Unternehmer unterbreitet den Banken ein neues Angebot. Es enthält die Anteile an den Unternehmen ratiopharm, HeidelbergCement und Phoenix.

11. Dezember: Merckle droht nach Informationen aus Branchenkreisen, VEM in die Insolvenz gehen zu lassen, sollte er keinen Kredit bekommen.

12. Dezember: Die Banken unterbreiten Merckle ein Gegenangebot. Der Unternehmer akzeptiert das Angebot nach Zeitungsangaben weitgehend. Er soll sogar zu einem ratiopharm-Verkauf bereit sein.

19. Dezember: Die Rettung der Merckle-Gruppe droht einem Pressebericht zufolge am Widerstand der Royal Bank of Scotland zu scheitern. Danach weigert sich das britische Kreditinstitut, frische Mittel für die zum Merckle-Konglomerat gehörende Phoenix Pharmahandelsgruppe zur Verfügung zu stellen.

23. Dezember: Merckle und seine Gläubigerbanken einigen sich auf Eckpunkte eines Sanierungskonzepts. Eine endgültige Entscheidung, ob er das Angebot der Banken annehmen wird, will der 74-Jährige aber erst Anfang 2009 treffen. Einem Medienbericht zufolge boten die Banken dem Unternehmer einen Überbrückungskredit bis Ende März an. Bis dahin soll ein Sanierungsplan für die Unternehmensgruppe ausgearbeitet und ein längerfristiger Kredit ausgehandelt werden. Im Gegenzug dazu soll Merckle dem Bericht zufolge die Kontrolle über wichtige Teile seiner Firmengruppe abtreten.
 << zurück zur Übersicht