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Gazprom zwingt Ukraine mit Klage zu Gastransit


Kiew (APA/ag.) - Der russische Gaskonzern Gazprom will die Ukraine mit einer Klage zur Durchleitung von Gas nach Europa zwingen. Zuvor hatte es aus einigen osteuropäischen Ländern erste Berichte über eine deutliche Verringerung der über die Ukraine kommenden russischen Gaslieferungen gegeben. Die Gaslieferungen nach Rumänien sind um fast ein Drittel zurückgegangen. In Österreich sind noch keine Probleme zu spüren.

Die Ukraine warnt aber bereits auch vor Auswirkungen in ganz Europa. Daher will der russische Gaskonzern Gazprom die Ukraine mit einer Klage zur Durchleitung von Gas nach Europa zwingen. "Gazprom hat entschieden, eine Klage vor dem Internationalen Schiedsgericht in Stockholm einzubringen, um Naftogaz dazu zu zwingen, einen ungehinderten Transit russischen Gases über ukrainisches Territorium nach Europa sicherzustellen", hieß es in der Aussendung.

Auch Polen und Bulgarien meldeten sinkende Gasvolumina. Ungarn dementierte dagegen Angaben über Lieferausfälle. Angesichts wachsender Bedenken in der EU über die russische Gaspolitik ist Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew zu einer Reise durch mehrere europäische Länder aufgebrochen. Die ukrainische Naftogaz wird eine Gegenklage gegen Gazprom einreichen.

Der Streit zwischen der Ukraine und Russland ging unterdessen am Samstag unvermindert weiter. Medwedew warf der Ukraine eine Blockadehaltung vor. Wenn die Ukraine die Transitmengen Richtung Westen beeinflusse, komme dies einer Erpressung von Russland und Europa gleich, sagte der Gazprom-Vizechef.

Gazprom hatte am Donnerstag im Streit um unbezahlte Rechnungen und künftige Lieferbedingungen alle Gaslieferungen an die Ukraine gestoppt. Der staatliche ukrainische Konzern Naftogaz seinerseits warf Gazprom ebenfalls "Erpressung" vor und forderte den russischen Staatsmonopolisten zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.

Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft lehnte eine Vermittlerrolle ab. Zugleich forderte man beide Seiten zu einer Beendigung des Streits auf.

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