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Kauf der Postbank durch Deutsche Bank wird neu verhandelt


Frankfurt/Main (dpa) - Der milliardenschwere Kauf der Postbank durch die Deutsche Bank wird Finanzkreisen zufolge neu verhandelt. Beide stünden kurz vor einer Einigung über neue Bedingungen, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Dienstag in Frankfurt. Die Verhandlungen seien bereits weit vorangeschritten.

Nach Berichten des "Handelsblatts" und der "Financial Times Deutschland" (Mittwoch) wäre es möglich, dass die Deutsche Bank den Kaufpreis teilweise mit neuen, eigenen Aktien bezahlt und somit die Post dann größter Einzelaktionär der Deutschen Bank würde. Damit wäre indirekt auch der Staat an der größten deutschen Privatbank beteiligt.

Die bisherige Kaufvereinbarung sieht vor, dass die Deutsche Bank im ersten Quartal 2009 zunächst 29,75 Prozent der Postbank zum Preis von 57,25 Euro pro Aktie und damit für zusammen rund 2,79 Milliarden Euro kauft. Für weitere Anteile sind Optionen vereinbart. Die Aktie der Postbank notierte zuletzt allerdings nur noch bei rund 13 Euro, so dass die Deutsche Bank ein Vielfaches des aktuellen Börsenkurses zahlen müsste.

Im Gespräch sei nun, dass die Post einen Anteil von rund zehn Prozent an der größten deutschen Privatbank erhalte, hieß es in den Vorabmeldungen der beiden Zeitungen. Mit dem Schritt solle die Übernahme der Postbank-Mehrheit von 62 Prozent, die derzeit die Post hält, an die Deutsche Bank beschleunigt und abgesichert werden, berichtete die "Financial Times Deutschland", die von einer indirekten Teilverstaatlichung schrieb. Vergangene Woche hatte sich der Staat bereits eine Sperrminorität von 25 Prozent und einer Aktie an der Commerzbank gesichert, die die Dresdner Bank übernommen hat.

Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte diese "Marktspekulationen" nicht kommentieren. "Wir halten am Einstieg im ersten Quartal fest", bekräftige Sprecher Ronald Weichert am Abend. Auch Post-Sprecherin Silje Skogstad hatte sich zu Berichten über neue Gespräche nicht äußern wollen und erklärt: "Wir haben einen Vertrag mit der Deutschen Bank und dazu stehen wir."

Post-Vorstandschef Frank Appel hatte schon in den vergangenen Monaten signalisiert, dass die Post sich bewegen könnte, wenn die Deutsche Bank auf sie zukommen würde und dies auch zum Vorteil der Post wäre. Diese Position schließt allerdings wohl einen "Rabatt" auf den vereinbarten Preis für die erste Tranche aus, der direkt zum Nachteil der Postbank-Mutter wäre.

Entsprechend wären andere Lösungen bei den vereinbarten Übernahmemodalitäten und Optionspreisen denkbar. Dazu könnte eine raschere Übernahme weiterer Post-Anteile gehören, die laut bisherigem Vertrag erst für später vorgesehen war. Dass die Post der Deutschen Bank bei der ersten Tranche entgegenkommen wird, hält Commerzbank- Analyst Frank Skodzik für unwahrscheinlich. "Möglicherweise würde sich für die Post ein Vorteil ergeben, wenn die zweite Tranche zeitlich vorgezogen wird. Dann könnte auch ein etwas niedrigerer Preis möglich sein."

Für eine zweite Phase hat die Deutsche Bank die Option, innerhalb von ein bis drei Jahren ein weiteres Aktienpaket in Höhe von 18 Prozent für 55 Euro je Aktie zu erwerben. Die Post hat ihrerseits innerhalb des dritten Jahres die Möglichkeit, 20,25 Prozent plus eine Aktie zu 42,80 Euro je Stück zu verkaufen.
dpa rg/ba yyhe/yynwk z2 pi
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