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Apple-Chef Jobs nimmt Auszeit für Behandlung: Krankheit ernsthafter


Cupertino (dpa) - Apple-Chef Steve Jobs ist ernsthafter krank als bisher bekannt. Der 53-Jährige nimmt zur Behandlung eine mehrmonatige Auszeit von der Konzernspitze des Computer- und iPhone-Herstellers. Er werde bis Ende Juni nicht im Amt sein, gab Jobs am Mittwochabend überraschend in einer E-Mail an die Mitarbeiter bekannt. Seine Aufgaben übernehme solange der für das laufende Geschäft verantwortliche Manager Tim Cook, der die Position des "Chief Operating Officer" hält.

Seine gesundheitlichen Probleme seien "komplexer als ursprünglich gedacht", schrieb Jobs in der von Apple nach US-Börsenschluss veröffentlichten Mitteilung. Die Apple-Aktie fiel vorbörslich um mehr als sieben Prozent. In einer ersten Reaktion waren die Kursverluste noch deutlicher gewesen.

Jobs gilt wie kaum ein anderer US-Manager als Motor und Garant des Erfolgs seines Konzerns. Apples Siegeszug in den vergangenen Jahren mit Produkten wie dem Musikplayer iPod und dem iPhone-Handy wird zu einem Großteil Jobs zugeschrieben. Er werde auch während der Auszeit an wichtigen strategischen Entscheidungen beteiligt bleiben, betonte der charismatische Konzernlenker.

Erst in der vergangenen Woche war Jobs in einem offenen Brief noch Gerüchten über schwere gesundheitliche Probleme entgegengetreten. Sein deutlicher Gewichtsverlust in den vergangenen Monaten gehe auf eine Hormonstörung zurück, die sich relativ einfach behandeln lasse, erklärte der Apple-Mitgründer damals.

Vor gut vier Jahren war der Manager an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt, hatte sich danach aber wieder vollständig erholen können. Die nun angekündigte Auszeit heizte umgehend Spekulationen über eine neue ernsthafte Krankheit an.

Das "Wall Street Journal" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf informierte Personen, Jobs habe keinen Krebs. Die Behandlung der hormonellen Störung nehme nur mehr Zeit als gedacht in Anspruch. Nach bisherigen Informationen ist das Problem, dass Jobs' Körper schlechter Proteine aufnehmen kann und er dadurch an Gewicht verliert.

Jobs will nach eigenen Angaben während seiner medizinischen Behandlung in den nächsten Monaten in wesentliche strategische Fragen des Unternehmen eingebunden bleiben. Der Verwaltungsrat des Konzerns unterstütze dies uneingeschränkt. Cook, der seit 1998 bei Apple ist, gilt neben Jobs als eine der zentralen Figuren hinter dem geschäftlichen Erfolg von Apple in den vergangenen Jahren. Er hatte Jobs' bereits während dessen Krebsbehandlung 2004 vertreten.

Neben Cook dürften auch der Marketing-Chef Phil Schiller sowie der für die Produktion zuständige Jonathan Ive in den kommenden Monaten die von Jobs hinterlassene Lücke ausfüllen.

Jobs schrieb, das öffentliche Interesse an seinem Gesundheitszustand sei nicht nur für ihn und seine Familie, sondern für Apple insgesamt belastend. Details zu seiner Erkrankung gab er nicht bekannt.

Die immer wieder aufkeimenden Spekulationen um Jobs' Gesundheit hatten den Kurs der Apple-Aktie in den vergangenen Monaten immer wieder stark belastet. Sie lösten zudem eine Diskussion aus, ob Apple die Aktionäre angemessen über die Lage informiert. Vergangene Woche hatte bereits Vizepräsident Schiller zur großen Enttäuschung vieler Apple-Fans den Unternehmenschef auf der Messe Macworld Expo in San Francisco vertreten.
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