logo
Home
Mein Depot
 Name, WKN, ISIN
LSR
US-Finanzkonzern Citigroup spaltet sich nach Rekordverlust auf


New York (dpa) - Nach einem Jahr mit Rekordverlusten spaltet sich der von der Finanzkrise schwer getroffene US-Finanzkonzern Citigroup auf. Die Zweiteilung ist der endgültige Abschied vom Modell eines überall tätigen globalen Allfinanz-Konzerns. In seiner Not will der einstige weltweite Branchenprimus weite Teile des Konzerns verkaufen. Im für die Kontrolle der Bank zuständigen Verwaltungsrat kommt es zu einem Stühlerücken.

Das Minus lag im Schlussquartal nach erneut enormen Abschreibungen bei 8,3 Milliarden Dollar (6,3 Milliarden Euro), wie die Bank am Freitag in New York mitteilte. Der bereits fünfte Quartalsverlust in Folge wäre ohne den vier Milliarden Dollar schweren Einmalgewinn aus dem Verkauf des deutschen Citibank-Geschäfts noch höher ausgefallen. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern bereits ein Minus von 9,8 Milliarden Dollar eingefahren.

Im Gesamtjahr 2008 betrug der Verlust 18,7 Milliarden Dollar - ein Negativrekord in der Geschichte des vor gut zehn Jahren durch eine Mega-Fusion entstandenen Konzerns. 2007 hatte die Bank noch einen Gewinn von 3,6 Milliarden Dollar erzielt.

Das Institut belasten neue Abschreibungen und Wertberichtigungen von mindestens 15 Milliarden Dollar. Insgesamt belaufen sich diese Verluste der Bank in der Finanzkrise damit auf mehr als 80 Milliarden Dollar. Für befürchtete künftige Kreditausfälle stellte die Bank nochmals sechs Milliarden Dollar zurück. Die Erträge fielen im Schlussquartal um 13 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar.

Der erst seit gut einem Jahr amtierende Konzernchef Vikram Pandit steht angesichts der bedrohlichen Schieflage massiv unter Druck. Ohne einen raschen Erfolg der Sanierung wackelt laut US-Medien sein Stuhl. Die Citigroup gehört weltweit zu den größten Opfern der Finanzkrise. Der Konzern baute allein seit Ende September fast 30 000 Stellen ab. Insgesamt soll die Zahl der Beschäftigten nach bisherigen Plänen auf rund 300 000 sinken - etwa 75 000 weniger als vor einem Jahr.

Mit künftig zwei großen Sparten schafft die Citigroup eine "gute" und eine "schlechte" Bank ("bad bank"): Im Zentrum steht das traditionelle Bankgeschäft in mehr als 100 Ländern. Abgetrennt wird der große Rest mit immensen problematischen Vermögenswerten sowie mit unter anderem Konsumentenkrediten und Handelsaktivitäten. Ein Großteil der "bad bank" soll verkauft werden. So gibt die Bank ihr Handelsgeschäft gerade mehrheitlich an die US-Investmentbank Morgan Stanley ab.

Das Ergebnis fiel noch schlechter aus als von Experten befürchtet. Die schwer gebeutelte Aktie stieg vorbörslich dennoch deutlich. Die Anleger versprechen sich laut Händlern von der Aufspaltung die Rettung der Bank. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie rund 40 Prozent ihres Werts nach einem bereits steilen Absturz 2008. Der Staat stützt den Konzern bereits mit einer Beteiligung in Höhe von 45 Milliarden Dollar und ist so größter Anteilseigner. Er spannte über der Citigroup zudem einen enormen Rettungsschirm auf mit Garantien in Höhe von 300 Milliarden Dollar.
 << zurück zur Übersicht