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Post schwer angeschlagen
Bei der Deutschen Post brennt es: Der Bonner Logistikriese muss seiner durch die Finanzkrise belasteten Tochter Postbank mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung unter die Arme greifen. Bonn (APA/ag.) - Gleichzeitig schrumpfen durch die Konjunkturabschwächung weltweit die Gewinne des "Gelben Riesen". Am Montag senkte der Konzern deshalb überraschend seine Gewinnprognose für das laufende Jahr um 17 Prozent.

Deutschlands größte Privatkundenbank, die Postbank, musste nach eigenen Angaben allein wegen des Zusammenbruchs der US-Bank Lehman Brothers Belastungen in Höhe von 364 Mio. Euro verbuchen. Dazu kommen Wertkorrekturen unter anderem auf Aktien und faule Hypothekenpapiere. Das Minus im dritten Quartal beläuft sich insgesamt auf 449 Mio. Euro vor Steuern. Für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres weist die Postbank gut 112 Millionen Euro Miese aus.

Um die dünn gewordene Kapitaldecke zu stärken, soll der Postbank noch im vierten Quartal frisches Geld zufließen. Dazu gibt die Postbank 54,8 Millionen neue Aktien zum Bezugspreis von 18,25 Euro aus. Die Post AG als Mehrheitseignerin hat sich nach eigenen Angaben verpflichtet, nötigenfalls sämtliche neue Aktien zum genannten Preis zu kaufen.

Und die Aussichten, sie zu diesem Preis anderweitig zu platzieren, dürften gering sein. Der Aktienkurs sank am Montag um mehr als 20 Prozent unter 15 Euro. Der Anteil der Deutschen Post an der Postbank könnte dadurch zunächst auf maximal 62,52 Prozent steigen. Dabei kann die Post für dieses Jahr nicht einmal mit einer Dividende der Banktochter rechnen.

Bei der Post selbst lässt die weltweite Konjunktureintrübung lässt die Gewinne einbrechen. Vor allem das Express-Geschäft in den USA litt nach Angaben von Finanzvorstand John Allen in den vergangenen Monaten unter der Wirtschaftsflaute. Doch gebe es inzwischen auch erste Warnsignale in anderen Sparten und Regionen, sagte Allen.
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