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RWE-Chef Großmann drängt angesichts Gasstreits erneut auf Atomkraft


Essen (dpa) - Angesichts des russisch-ukrainischen Gasstreits drängt der Chef des Essener Energiekonzerns RWE erneut auf Investitionen in die Atomkraft in Deutschland. "Wenn wir unsere Importabhängigkeit nicht noch weiter erhöhen wollen, brauchen wir Kernkraftwerke", sagte Großmann dem "Handelsblatt" (Montag). In vielen europäischen Ländern stehe das Thema Kernkraft schon wieder ganz oben auf der Agenda.

Erneuerbare Energien könnten das Problem der Abhängigkeit nicht lösen, sie vergrößerten es sogar. Zwar investiere RWE kräftig in den Ausbau vor allem der Windkraft. "Da der Wind aber nur unregelmäßig bläst und Windstrom daher schwer prognostizierbar ist, müssen wir sehr viel mehr flexible Kraftwerkskapazitäten vorhalten." Dazu seien Gaskraftwerke nötig, weil die sich sehr schnell anfahren ließen, wenn Windräder mangels Wind stillstehen.

Angesichts von Gaskraftwerksbauten bei nachlassender eigener Gasförderung werde die Abhängigkeit Europas vom russischen Gas künftig noch steigen, prognostizierte der RWE-Chef. Zum selben Ergebnis war vergangene Woche auch das renommierte Beratungsunternehmen A. T. Kearney in einer Studie gekommen. "Die Quellen in den Niederlanden und Großbritannien werden versiegen, und Norwegen kann das allein nicht ausgleichen", sagte Großmann.

Um die deutsche Versorgungssicherheit zu verbessern, sei der Ausbau alternativer Gas-Transportwege wie der Nabucco-Pipeline von Zentralasien über die Türkei bis nach Österreich besonders wichtig. Außerdem müsse Deutschland andere Förderländer wie den Iran stärker einbeziehen.
dpa rs yynwe n1 li
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