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Pfizer will Konkurrent Wyeth übernehmen - Milliardendeal


New York (dpa) - Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer strebt nach einem Pressebericht den Kauf des amerikanischen Konkurrenten Wyeth an. Die Gespräche liefen bereits seit Monaten, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ/Freitag) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine Einigung stehe aber nicht unmittelbar bevor. Nach Angaben der "Financial Times" (Online- Ausgabe) vom Freitag könnte das Geschäft jedoch bereits am kommenden Montag bekanntgegeben werden.

Bei einer Prämie von etwa 20 Prozent könnte die Übernahme einen Wert von mehr als 60 Milliarden Dollar haben, schreibt die WSJ. Wyeth und Pfizer kämen auf einen Jahresumsatz von rund 75 Milliarden Dollar (rd. 54 Mrd Euro). Wyeth-Aktien zogen im Frankfurter Handel um mehr als 13 Prozent an und markierten den höchsten Stand seit August 2007.

Im globalen Pharmamarkt wäre der Erwerb von Wyeth durch Pfizer der größte seit der Übernahme von Pharmacia durch den Branchenprimus für gut 64 Milliarden Dollar 2003. Die heutigen Branchenschwergewichte Pfizer, AstraZeneca, GlaxoSmithKline und Sanofi-Aventis sind allesamt durch Zusammenschlüsse entstanden. Wenn Pfizer demnächst zu einer großen Übernahme ansetze, könnte eine neue Konsolidierungsrunde beginnen, glauben Experten. Pfizer hatte Pharmacia 2003 für gut 60 Milliarden Dollar übernommen. 2004 stockte Sanofi-Synthelabo das feindliche Übernahmeangebot für die nach Umsatz größere Aventis von 48,5 auf 55,3 Milliarden Euro auf.

Pfizer braucht nach Experten-Angaben dringend Nachschub an neuen und umsatzstarken Medikamenten, denn der Generikahersteller Ranbaxy darf Ende Dezember 2011 in den USA eine Billigversion des weltweit meistverkauften Pfizer-Medikament Lipitor auf den Markt bringen. Der Blutfettsenker brachte es 2007 auf einen Umsatz von fast 13 Milliarden Dollar. Pfizer legt in der kommenden Woche Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Erwartet wird für 2008 ein Umsatz von 48 bis 49 Milliarden Dollar und damit in etwa auf dem Niveau von 2007. Nach früheren Schätzungen der Ratingagentur S&P könnten Pfizer durch das Auslaufen von Patenten in den kommenden fünf Jahren 41 Prozent des Umsatzes und die Hälfte des Gewinns wegbrechen. Solche Rückgänge seien ohne Akquisitionen nicht aufzufangen, so die S&P- Experten.
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