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Streit um Managergehälter bei Siemens


München (dpa) - Beim Elektrokonzern Siemens flammt zur bevorstehenden Hauptversammlung in München am Dienstag die Diskussion um hohe Managergehälter neu auf. Dass sich der Aufsichtsrat mitten in der Wirtschaftskrise und im Konzernumbau eine Erhöhung seiner Bezüge genehmigen lassen will, sorgt vor allem beim Verein der Siemens-Belegschaftsaktionäre für Kopfschütteln.

Mit einem Gegenantrag will der Verein der Siemens-Belegschaftsaktionäre den Plänen Einhalt gebieten. Außerdem sollen künftige Gehaltszuschläge für das Top-Management um Siemens-Chef Peter Löscher nach seinen Vorstellungen erst einmal von den Anlegern abgesegnet werden müssen.

Erste Bremsspuren durch die weltweite Rezession spürt Siemens bereits. Erst kürzlich signalisierte Finanzchef Joe Kaeser, dass sich der Auftragseingang im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 (30. September) im Jahresvergleich deutlich verringert hat. Insgesamt dürfte der Start ins Jahr noch recht ordentlich verlaufen sein, glauben Branchenexperten, doch in die Zukunft blicken sie mit Sorge. Dass die nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigen auch die Erwägungen für Kurzarbeit an einzelnen Siemens-Standorten.

Die Unternehmensführung begründet ihre Pläne für die Anhebung der Aufsichtsratsvergütungen mit der gestiegenen Arbeitsbelastung für die Kontrolleure wegen des Schmiergeld-Skandals. Nach Berechnungen des Vereins würde Aufsichtsratschef Cromme für das vergangene Jahr fast 800.000 Euro erhalten und damit mehr als das Doppelte seiner derzeitigen Bezüge, doch Siemens weist das zurück: Tatsächlich wären die Vergütungen des Chef-Aufsehers für 2008 nach dem neuen Modell von 310 000 auf 350 000 Euro gestiegen, heißt es aus dem Unternehmen. Zündstoff für die Debatte bei dem Aktionärstreffen liefern aber auch die Vorstandsgehälter. Von einem "kaum überschaubaren Konglomerat von fixen Bezügen, kurzfristig variablen, langfristig variablen Bezügen, Aktienoptionen und sonstigen Zusagen" spricht der Verein. Der Konzern hält dagegen: "Wir haben mit den transparentesten Vergütungsbericht aller DAX-Konzerne."
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