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Schuler rechnet wegen Krise mit deutlich weniger Aufträgen


Stuttgart/Göppingen (dpa) - Der weltgrößte Pressenhersteller Schuler rechnet wegen der Wirtschaftskrise in den nächsten Monaten mit deutlich weniger Aufträgen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 (30. September) sei der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 180 Millionen Euro eingebrochen, sagte Vorstandsvorsitzender Jürgen Tonn am Donnerstag in Stuttgart. "Wir haben in unseren Werken noch für einigen Monate ganz ordentlich Beschäftigung." Dennoch werde es in der Produktion voraussichtlich in den nächsten Monaten Kurzarbeit geben, eine endgültige Entscheidung solle in den nächsten Wochen fallen. Schuler hat in Deutschland rund 4450 Beschäftigte, die meisten davon arbeiten in der Fertigung.

"Die Arbeitszeitkonten sind fast durchgängig relativ gut gefüllt", sagte Tonn. Mit dem Abbau von Überstunden könnten einige Wochen, teilweise sogar einige Monate überbrückt werden. Derzeit baue das Unternehmen nach und nach Leiharbeiterstellen ab.

Der Pressenhersteller erwirtschaftet rund zwei Drittel seines Umsatzes im Automobilbereich. "Als Maschinen- und Anlagenbauer wird Schuler die Krise zeitversetzt spüren", sagte Tonn. Umsatz- und Ergebnisziele für das laufende Geschäftsjahr nannte der Vorstandschef des Göppinger Unternehmens nicht. "Wir rechnen im gegenwärtigen Umfeld mit einem rückläufigen Geschäftsvolumen."

Grund für den Einbruch beim Auftragseingang im ersten Quartal sei neben der nachlassenden Nachfrage ein Großauftrag von mehr als 100 Millionen Euro im Vorjahresquartal gewesen. Der Auftragsbestand sank nach vorläufigen Zahlen um 200 Millionen Euro auf 700 Millionen Euro. Der Umsatz legte um rund zehn Prozent auf 220 Millionen Euro zu.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 ging das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 36,7 Millionen Euro (Vorjahr: 45,9 Mio Euro) zurück. Im vergangenen Jahr habe allerdings ein Immobilienverkauf mit 31 Millionen Euro zum Ergebnis beigetragen. Der Jahresüberschuss sank um 5,3 Millionen Euro auf 8,6 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 241,1 Millionen Euro auf 966,1 Millionen Euro zu. Der Auftragseingang stieg um 170 Millionen Euro auf 1 Milliarde Euro. Die Zahlen des Geschäftsjahres 2007/08 sind allerdings nur eingeschränkt mit den Vorjahreszahlen vergleichbar, weil Schuler den 2007 übernommenen Konkurrenten Müller Weingarten seit 1. April 2007 in der Bilanz führt. Der Pressenhersteller hat weltweit 5500 Mitarbeiter.  << zurück zur Übersicht