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Apple mit sattem Gewinnsprung - Yahoo! verordnet sich Rosskur
Cupertino/Sunnyvale (dpa) - Die anhaltende Wirtschaftsschwäche bekommen auch die Computer- und IT-Unternehmen zu spüren, doch einige Firmen zeigen sich weiterhin erstaunlich unbeeindruckt von der Flaute. Der Computer- und iPhone-Bauer Apple schloss das vierte Geschäftsquartal nach Rekordverkäufen seines Erfolgshandys mit einem satten Gewinnsprung ab.
Nicht ganz so rosig sah es beim Internetportal-Betreiber Yahoo! aus. Der Gewinn sackte aufgrund sinkender Werbeeinnahmen um fast zwei Drittel auf 54 Millionen Dollar (41 Mio Euro) ab. Yahoo!-Chef Jerry Yang will dem Unternehmen nun eine Rosskur verordnen und unter anderem rund 1500 Mitarbeiter, rund zehn Prozent der Belegschaft, entlassen.

Nach der Bekanntgabe der Apple-Zahlen reagierte die Börse euphorisch. Der Überschuss stieg im viertem Geschäftsquartal um mehr als ein Viertel auf 1,14 Milliarden Dollar. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar (6,0 Mrd Euro) zu. \"Wir sind von den Wogen vielleicht etwas hin und hergeworfen worden, aber wir werden besser und stärker dastehen, wenn sich das Wasser wieder beruhigt\", sagte Apple-Chef Steve Jobs.

Von seinem iPhone verkaufte Apple im vergangenen Quartal fast 6,9 Millionen Stück. Damit sei Apple zum weltweit drittgrößten Handy- Hersteller aufgerückt und erstmals an dem kanadischen Blackberry- Hersteller Research in Motion (RIM) vorbeigezogen. \"Das ist ein Meilenstein für uns\", sagte Jobs. Auch das selbst gesteckte Ziel, innerhalb eines Jahres 10 Millionen Einheiten zu verkaufen, hat das Unternehmen damit bereits vorzeitig erreicht. Doch auch das Kerngeschäft mit Mac-Computern hat deutlich von den erfolgreichen iPods und iPhones profitiert. Das Unternehmen setzte über 2,6 Millionen Mac-Computer ab, so viel wie nie zuvor.

Weniger gut sieht es derzeit bei Yahoo! aus. Vor allem ein lahmender Online-Werbemarkt machte dem Internet-Portal-Betreiber zu schaffen, sagte Unternehmens-Chef Jerry Yang nach Bekanntgabe der Quartalszahlen. Der Gewinn entsprach zwar den Expertenerwartungen, der Umsatz blieb allerdings dahinter zurück: Er legte nur ganz leicht auf 1,79 Milliarden Dollar zu. Der für Experten interessante Nettoumsatz ohne Erlöse der Vertriebspartner stieg um 3 Prozent auf 1,33 Milliarden Dollar. Doch im wichtigen Geschäft mit Werbeanzeigen bei der Internet-Suche verliert Yahoo! weiter an Boden gegenüber dem Marktführer Google.

Statt Maßnahmen für einen kurzfristigen Erfolg wolle sich Yahoo! weiter darauf konzentrieren, auf lange Sicht seine Konkurrenzfähigkeit zu stabilisieren, sagte Yang. Der Jahresumsatz werde allerdings noch unter der Konjunkturflaute leiden. Yahoo! hatte bereits im Januar deutliche Stellenstreichungen angekündigt. Insgesamt will das Unternehmen mehr als 400 Millionen Dollar einsparen und seine Barreserven für mögliche Übernahmen aufstocken.

Seit der Zurückweisung der milliardenschweren Kauf-Offerte von Microsoft im Sommer war das Unternehmen unter zunehmenden Druck geraten. Eine ganze Reihe hochrangiger Manager und Entwickler haben Yahoo! verlassen. Die von Yang eingeleitete Rosskur soll das Unternehmen wieder auf Kurs bringen. Yangs Äußerungen zu möglichen Übernahmen heizten zudem Spekulationen über eine möglicherweise kurz bevorstehende Übernahme der Time-Warner-Tochter AOL weiter an.

Ob die Finanzkrise nicht doch noch die bis dahin standhaften IT- Unternehmen trifft, bleibt abzuwarten. Die Folgen der Wirtschaftskrise könne Apple noch nicht abschätzen, sagte Jobs. Für das laufende Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft gab er daher wie stets eine sehr zurückhaltende Prognose ab. Der Ausblick sei allerdings wie von Apple gewohnt \"hyperkonservativ\", sagte Gene Munster, Analyst bei Piper Jaffray & Co  << zurück zur Übersicht