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Visa nach Rechtsstreit mit Quartalsverlust - Gesamtjahr mit Gewinn


New York (dpa) - Der weltgrößte Kreditkartenkonzern Visa ist durch einen Milliardenvergleich mit dem Konkurrenten Discover in die roten Zahlen geraten. In seinem vierten Geschäftsquartal erlitt der seit dem Frühjahr börsennotierte Anbieter ein Minus von 356 Millionen Dollar. Der Umsatz legte zum Vorjahr um knapp 17 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar zu (1,3 Mrd Euro). Wegen der Wirtschaftslage sei bis 2010 nur noch mit einem Umsatzplus am unteren Ende der bisherigen Erwartungen zu rechnen, warnte Visa am Mittwoch nach US-Börsenschluss.

Ohne die Sonderbelastung und andere Einmaleffekte sei im vierten Geschäftsquartal dank der gestiegenen Zahlungen mit Visa-Karten ein Gewinn von 448 Millionen Dollar erzielt worden. Im Vorjahr habe das vergleichbare Plus bei 196 Millionen Dollar gelegen.

Für die erst vor zwei Wochen vereinbarte Zahlung an Discover veranschlagte Visa im vergangenen Quartal rund 1,1 Milliarden Dollar. Discover hatte Visa und den zweitgrößten Anbieter Mastercard 2004 wegen Wettbewerbsbehinderungen verklagt und nun per Vergleich rund 2,75 Milliarden Dollar erstritten. Ursprünglich wollte Discover mehr als das Doppelte haben. In einem ähnlichen Kartellstreit einigten sich Visa und Mastercard bereits vor rund einem Jahr mit American Express auf Milliardenzahlungen.

Mit dem Umsatz und dem bereinigten Gewinn von 58 Cent je Aktie übertraf Visa die Erwartungen der Analysten. Die Aktie verlor nachbörslich wegen der schlechteren Aussichten in einer ersten Reaktion knapp zwei Prozent. Im Tagesverlauf hatte sie noch gut 1,4 Prozent auf 50,69 Dollar zugelegt. Beim bisher größten Börsengang der US-Geschichte hatte Visa Mitte März mehr als 19 Milliarden Dollar eingenommen.

Im Gesamtjahr erzielte Visa unter dem Strich einen Gewinn von 804 Millionen Dollar nach einem ebenfalls von Sondereffekten geprägten Verlust von 861 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte um gut 20 Prozent auf fast 6,3 Milliarden Dollar. Bis einschließlich 2010 erwartet Visa nun pro Jahr ein Umsatzplus am unteren Ende der bisherigen Zielspanne zwischen 11 und 15 Prozent.

Die Zahl der Visa-Kreditkarten stieg weltweit zum Vorjahr um 12 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Stück. Das Volumen der Zahlungen kletterte um 15 Prozent auf 699 Milliarden Dollar.

Konkurrent Mastercard will seine Quartalszahlen am nächsten Montag (3.11.) vorlegen.
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