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Heidelberger Druck begegnet Krise mit Kündigungen - Düstere Zukunft


Heidelberg (dpa) - Der Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druck rechnet mit einer lang anhaltenden Absatzkrise der Branche und weitet deshalb seine Sparanstrengungen drastisch aus. Das Unternehmen will nun fünf Mal so viele Arbeitsplätze abbauen wie bislang geplant. Selbst Kündigungen sind nicht mehr ausgeschlossen. "Die Branchenindikatoren verschlechtern sich beinahe täglich", begründete Vorstandschef Bernhard Schreier am Donnerstag die einschneidenden Maßnahmen. Auch im kommenden Geschäftsjahr, das im März beginnt, sieht er keine Besserung der Lage.

Insgesamt will Schreier nun 2500 der 19 800 Stellen streichen. Die Hauptlast soll dabei die im Inland angesiedelte Produktion tragen. Schreier nannte betriebsbedingte Kündigungen jetzt "wahrscheinlich". Bislang hatte es geheißen, Kündigungen seien ausgeschlossen. Schon im November sollen die deutschen Mitarbeiter kurzarbeiten.

Bis zum übernächsten Geschäftsjahr will Schreier durch das neue Maßnahmenpaket die jährlichen Einsparungen auf 200 Millionen Euro verdoppeln. Bereits im kommenden Geschäftsjahr sollen 150 bis 180 Millionen Euro eingespart werden. Der Umbau des Unternehmens führt aber erst einmal zu Kosten von 130 bis 150 Millionen Euro, die großteils noch im laufenden Geschäftsjahr verbucht werden sollen. Schreier rechnet deshalb hier mit einem deutlichen Jahresfehlbetrag. Eine genaue Prognose, wie bislang versprochen, lehnte Schreier jetzt ab. Angesichts der unsicheren Lage könne er dies nicht verantworten.

Betroffen von dem Stellenabbau sind nun vor allem die beiden Hauptwerke Heidelberg und Wiesloch-Walldorf, wo zusammen 1400 Arbeitsplätze wegfallen sollen. In Amstetten sind es 350, in Brandenburg 150, in Kiel 30 bis 40 sowie in Leipzig und Ludwigsburg zusammen 80. Der Standort Mönchengladbach hatte bereits in der ersten Sparrunde harte Einschnitte verkraften müssen mit einer Verlagerung der Produktion ins Ausland.

Ihren Ausgangspunkt hatte die jüngste Absatzkrise von Heidelberger Druck in den USA genommen. Mittlerweile sei aber das Geschäft auf der ganzen Welt betroffen, sagte Schreier. Die Firmen weltweit fahren ihre Werbung zurück und die Drucker verlieren massenhaft Aufträge. Hinzu kommt laut Schreier, dass viele Drucker keine Kredite mehr zur Finanzierung neuer Geräte bekommen. Heidelberger Druck ist weltweiter Marktführer.
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