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Mehr als 1000 Aktionäre zur Hauptversammlung der IKB erwartet


Düsseldorf (dpa) - Zur außerordentlichen Hauptversammlung der IKB werden am kommenden Mittwoch (25. März) mehr als 1000 Aktionäre in Düsseldorf erwartet. Es ist das erste Aktionärstreffen seit der mehrheitlichen Übernahme der angeschlagenen Mittelstandsbank durch den US-Finanzinvestor Lone Star. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Vorratsbeschluss für Kapitalerhöhungen. Heftigen Streit dürfte es bei dem Aktionärstreffen um die laufende Sonderprüfung bei der Düsseldorfer Bank geben, mit der mögliche Pflichtverletzungen von ehemaligen Vorständen und Aufsichtsräten aufgedeckt werden sollen. Lone Star beantragt, die vor rund einem Jahr gefassten Beschlüsse der IKB-Hauptversammlung für die laufende Sonderprüfung aufzuheben. Der US-Finanzinvestor verfügt über mehr als 90 Prozent der IKB-Aktien.

Aus Sicht von Lone Star gibt es keinen Anlass daran zu zweifeln, dass Vorstand und Aufsichtsrat pflichtgemäß prüfen, ob ehemalige Mitglieder Pflichtverletzungen begangen haben. Aktionärsschützer befürchten dagegen, die Gründe für die Beinahe-Pleite der IKB sollen unter den Teppich gekehrt werden. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kündigte an, dass sie die Pläne durchkreuzen will, die Sonderprüfung bei der IKB einzustellen. Falls sie von Lone Star in dieser Frage überstimmt werden sollte, erwägt die DSW weitere Schritte. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) erklärte, für die verbliebenen Altaktionäre der IKB wäre die Abberufung des Sonderprüfers ein Schlag ins Gesicht. Wegen der großen Staatshilfen für die Bank habe auch die Öffentlichkeit ein berechtigtes Interesse an einer schonungslosen Aufklärung der Vorgänge bei der IKB.

Neu in den Aufsichtsrat der IKB Deutsche Industriebank AG soll Karl-Gerhard Eick kommen. Seine Wahl in das Kontrollgremium der Bank wird den Aktionären in der Einladung vorgeschlagen. Eick ist sei Anfang März der neue Vorstandschef des Handels- und Touristikkonzerns Arcandor. Neu in den IKB Aufsichtsrat soll auch Arndt Kirchhoff aufgenommen werden, der Geschäftsführende Gesellschafter der Kirchhoff-Gruppe Attendorn. Die Wahl der vorgeschlagenen neuen AR- Mitglieder gilt angesichts der Lone-Star-Mehrheit als sicher.

Ende Juli 2007 war bekanntgeworden, dass das Düsseldorfer Institut durch sein Engagement mit zweitklassigen Anleihen auf dem US-Hypothekenmarkt in eine schwere Schieflage geraten war. Ex- Vorstandschef Stefan Ortseifen musste seinen Hut nehmen, weitere Vorstände folgten. Die staatseigene KfW war mit 38 Prozent damals größter Anteilseigner der Mittelstandsbank. Durch Kapitalerhöhungen besaß die KfW schließlich 90,8 Prozent des Instituts, bevor es Ende Oktober 2008 an den US-Finanzinvestor Lone Star verkauft wurde.

[Hauptversammlung]: CCD Süd, Stockumer Kirchstraße 61, Düsseldorf  << zurück zur Übersicht