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Finanzkrise trifft HUGO BOSS - Modekonzern senkt Umsatzprognose

Metzingen (dpa) - Die anhaltende Konsumflaute im Einzelhandel und Abfindungen für ehemalige Topmanager haben beim Modekonzern HUGO BOSS den Gewinn einbrechen lassen. Das Konzernergebnis fiel in den ersten neun Monaten des Jahres um 17 Prozent auf 127,6 Millionen Euro. Zugleich zeigt sich das Management bei den Erwartungen für das laufende Jahr vorsichtig: Statt der bislang angepeilten sechs bis acht Prozent Umsatzwachstum erwartet HUGO BOSS nun einen Zuwachs am unteren Ende dieser Spanne, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Metzingen mit. Nach dem schwachen Frühjahrs-Geschäft hätten die Kunden auch in den Sommer-Monaten ihr Geld zusammengehalten.

Noch im Sommer hatte HUGO BOSS betont, dass Luxusgüter längst nicht so konjunkturabhängig seien wie Massenprodukte. Auch am Donnerstag verwies der Konzern auf die weltweit wachsende Zahl von Millionären und die hohe Nachfrage nach Premium-Produkten.

Der Umsatz stieg von Januar bis September um drei Prozent auf 1,36 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel aber um acht Prozent auf 199,4 Millionen Euro. Rechne man Sondereffekte wie die Manager-Abfindungen und Beraterhonorare für die Umstrukturierung der Konzernspitze heraus, sei das EBIT um ein Prozent auf 215,6 Millionen Euro zurückgegangen. Nachdem mehrere Vorstandsmitglieder den Konzern im Streit verlassen hatten, musste HUGO BOSS im ersten Halbjahr 13,5 Millionen Euro Abfindungen zahlen.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr sei nach dieser Entwicklung nicht mehr zu halten, teilte der Konzern mit. Das operative Ergebnis (EBIT) wird dem Management zufolge mit 210 bis 220 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahresniveau liegen. Allerdings hat der Konzern in dieser Rechnung hohe Abfindungszahlungen für ausgeschiedene Topmanager zu Beginn des Jahres ausgeklammert. Auch der Ausblick auf das nächste Jahr fällt trübe aus: Wegen der Krise auf den Weltmärkten drohe 2009 zu einem schlechten Jahr für die Branche zu werden, hieß es.

Während der Modekonzern im Ausland in den ersten Monaten noch zulegen konnte, schwächte sich das Geschäft im wichtigen Heimatmarkt Deutschland um drei Prozent ab. Weltweit erfolgreich seien allerdings die Luxus-Kollektion Boss Selection und die Trendmarke HUGO gewesen. Beide hätten beim Umsatz deutlich zugelegt. Große Hoffnungen setzt der Modekonzern auch in seine weltweit 314 konzerneigenen Geschäfte. Trotz der Konsumschwäche stieg deren Umsatz um 17 Prozent.

Allein im dritten Quartal verzeichnete HUGO BOSS bei einem fast gleichbleibenden Umsatz von 533 Millionen Euro sogar einen Gewinneinbruch um 23 Prozent auf 68,5 Millionen Euro. An der Börse verloren HUGO-BOSS-Aktien bis zum Donnerstagmittag deutlich und gehörten zu den schwächsten Werten im MDAX  << zurück zur Übersicht