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voestalpine-Chef für Schließung von Stahlwerken
Der Chef des Stahlkonzerns voestalpine, Wolfgang Eder, fordert Europas Stahlindustrie zur dauerhaften Stilllegung von Kapazitäten auf. "Wir brauchen in Europa Werksschließungen - vor allem in Osteuropa", sagte Eder im FTD-Interview.

Wien (APA) - Die Krise zeige, dass es in den EU-27 deutliche Überkapazitäten gebe, gerade bei einfachen Stahlqualitäten.

\"Die Gefahr ist groß, dass durch das bloße Herunterfahren der Produktionen eine wirkliche Strukturbereinigung verschleppt wird\", sagte der Chef des sechstgrößten europäischen Stahlkonzerns. Mindestens zehn Prozent der insgesamt 200 Millionen Tonnen seien überflüssig. \"Die Chinesen sind nicht immer das Problem\", fügte Eder hinzu. Analysten schätzen die weltweiten Überkapazitäten auf rund 500 Millionen Tonnen.

Europas Stahlhersteller versuchen den Einbruch der Nachfrage bisher vor allem durch Drosselungen der Produktion in den Griff zu bekommen. Bei vielen Konzernen liegt die Auslastung zurzeit nur bei 50 Prozent. Schon kündigen jedoch einzelne Firmen wie zuletzt der finnische Edelstahlhersteller Outokumpu an, ihre Kapazitäten wieder hochzufahren, und begründen dies mit dem fortschreitenden Lagerabbau. Allerdings stagniert die Nachfrage der wichtigsten Abnehmer aus der Auto-, Maschinenbau- oder Bauindustrie nach wie vor auf niedrigstem Niveau.

Die Krise habe offenbart, wo die strukturellen Schwachstellen lägen. \"Es ist besser, einen Schnitt zu setzen und ein unrentables Werk so sozialverträglich wie möglich abzuwickeln\", sagte Eder. In der Praxis würden dagegen in vielen Ländern marode Stahlwerke immer noch durch direkte und indirekte Subventionen künstlich am Leben erhalten. \"Stahlunternehmen sterben nicht einmal, sondern dreimal\", sagte Eder. Für gefährlich hält der voestalpine-Chef auch die Politik von Rivalen, schon jetzt die Preise wieder anzuheben.
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