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Anlagenbauer Dürr will von Umbruch auf Automarkt profitieren

Stuttgart (dpa) - Der Anlagenbauer Dürr will von der wachsenden Nachfrage nach kleinen und spritsparenden Autos profitieren. "Für uns ist das eine Chance, weil hohe Investitionen für den Neubau oder Umbau von Autofabriken anstehen", sagte Vorstandsvorsitzender Ralf Dieter in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Stuttgart. "Sie können nicht dort, wo sie einen Pickup-Truck gebaut haben, der sechs Meter lang ist, plötzlich Klein- und Mittelklassewagen produzieren."

Deshalb müssten in den nächsten Jahren zahlreiche große Hersteller ihre Werke nachrüsten. "In den etablierten Märkten besteht hoher Investitionsbedarf, gerade in den USA", sagte Dieter. "Bei allem Krisenszenario wollen die Hersteller schließlich weiter Autos bauen." Wichtigste Kunden des Spezialisten für Lackier- und Produktionsanlagen für die Autoindustrie sind alle größeren Fahrzeughersteller.

In den wichtigen Automärkten Europa und USA seien viele Anlagen sehr alt. "Hier wird weiter in die Vollautomatisierung investiert", sagte Dieter. "Obwohl einige Projekte zurzeit nochmals überprüft werden, laufen diese Investitionen insgesamt weiter, weil sie dem Kunden einfach Geld bringen." Die Hersteller denken seinen Angaben zufolge in Kosten pro lackierter Karosse. "Mit Automatisierungsmaßnahmen können sie den Farbeinsatz deutlich senken und Lack ist teuer", sagte Dieter. "Beim Lackieren einer Karosse geht es um Cents. Wenn sie da sagen, sie können einige Euro sparen, ist das viel."

Als Wachstumsfeld sieht der Anlagenbauer ein verstärktes Engagement bei der Montage- und Lackiertechnik im Flugzeugbau. Diese Sparte will das Unternehmen weiter ausbauen. "Es werden Tausende von Flugzeugen gebaut und gekauft in den nächsten Jahren und die Flugzeughersteller gehen immer mehr in größere Serien über, die sie produzieren müssen", sagte Dieter. "In den nächsten Jahren stehen dort enorme Investitionen an." Dürr peile an, seinen Umsatz in diesem Bereich in den nächsten drei bis fünf Jahren von über 30 Millionen Euro im laufenden Jahr auf bis zu 100 Millionen Euro auszubauen. Wichtigster Kunde von Dürr in diesem Bereich ist bisher der Flugzeugbauer Airbus.

Für das Jahr 2009 peilt der Anlagenbauer insgesamt ein Umsatzplus von fünf Prozent an. Nach den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurde ein Nachsteuergewinn von 10,8 Millionen Euro eingefahren, nachdem im Vorjahr noch eine Null unter dem Strich stand. Der Umsatz wuchs um mehr als 15 Prozent auf 752,7 Millionen Euro. An diesem Donnerstag (6. November) wollen die Stuttgarter ihre Zahlen für das dritte Quartal vorlegen.

Gespräch: Stefanie Baumer, dpa
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