logo
Home
Mein Depot
 Name, WKN, ISIN
LSR
WestLB nimmt trotz eigenem Rettungsschirm Bundeshilfen in Anspruch Von Volker Danisch, dpa

Düsseldorf (dpa) - Nach langem Zögern ist die Katze aus dem Sack: Nach der BayernLB und der HSH Nordbank wird die WestLB als dritte deutsche Landesbank das milliardenschwere Banken-Rettungspaket des Bundes nutzen. Diese Entscheidung von Vorstand und Bankeigentümern zeichnete sich in den vergangenen Tagen bereits ab. Dabei geht es nun zunächst um Garantien des Bundes, die WestLB für Anleihen in Anspruch nehmen will. Zudem wird geprüft, das Eigenkapital der nordrhein- westfälischen Landesbank mit Bundesmitteln zu stärken. Dazu ist aber noch keine Entscheidung gefallen. Weitere Gespräche sind geplant. "Wir müssen die Bank für die kommenden Stürme rüsten", hatte der WestLB-Chef Heinz Hilgert kürzlich erst in einem Interview gesagt.

Zwar sehen die Eigentümer der WestLB keinen akuten Handlungsbedarf, die angeschlagene Bank soll aber von dem Rettungspaket des Bundes profitieren. Im Unterschied zu den anderen deutschen Landesbanken besitzt die WestLB eine milliardenschwere Risikoabschirmung. Der Düsseldorfer Konzern veräußerte Anfang 2008 riskante Wertpapiere zum Einkaufspreis von 23 Milliarden Euro an eine Zweckgesellschaft. Die WestLB-Eigentümer gaben Garantien von 5 Milliarden Euro für die ausgelagerten Risiken ab. Das sind das Land Nordrhein-Westfalen sowie mehrere Sparkassen- und Kommunalverbände. Dieser Risikoschirm wird bestehenbleiben.

"Es war gut, dass wir den Rettungschirm zum 31. März gespannt haben", sagte Nordrhein-Westfalens Finanzminister Helmut Linssen (CDU) erst in der vergangenen Woche. Während andere Landesbanken jetzt hohe Abschreibungen vornehmen müssten, stehe die WestLB vergleichsweise gut da. Bis zum Ende des dritten Quartals hat die Bank nach seinen Worten ein "sehr gutes Ergebnis" erzielt, das er auf ein Volumen von rund 500 Millionen Euro bezifferte. Die WestLB wird Ende November ihre Zahlen vorlegen. Dank des Rettungsschirmes war der Düsseldorfer Bankkonzern im ersten Halbjahr 2008 in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. 2007 war durch Fehlspekulationen und die Finanzkrise ein Verlust von 1,6 Milliarden Euro entstanden.

Der Vorstand und die Eigentümer arbeiten mit Hochdruck an einem Umbau der WestLB, die verkleinert werden soll. Der Vorstand hat eine Reduzierung der Bilanzsumme (286,5 Mrd Euro Ende 2007) um mehr als ein Viertel angekündigt. Im Rahmen des Bank-Umbaus sollen mindestens 1350 Stellen wegfallen. Außerdem erklärten die WestLB-Eigentümer ihre Bereitschaft, die Mehrheit abzugeben. Die Partnersuche läuft auf eine Aufspaltung hinaus. Das Kapitalmarkt- und Finanzierungsgeschäft soll mit der Deka-Bank zusammengelegt werden, die ebenso zur Sparkassen- Finanzgruppe gehört. Für den anderen Teil, das Verbundgeschäft mit Sparkassen und das Firmenkundengeschäft gibt es Sondierungsgespräche. Am Ende soll dann eine Lösung für die gesamte WestLB stehen.  << zurück zur Übersicht