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US-Medienkonzern Viacom: Minus im Filmgeschäft sorgt für Gewinnsturz

New York (dpa) - Der US-Medienkonzern Viacom hat wegen Verlusten seiner Filmsparte und eines schwachen TV-Werbegeschäfts im dritten Quartal einen Gewinneinbruch erlitten. Der Überschuss sank um 37 Prozent auf 401 Millionen Dollar (317 Mio Euro). Der Umsatz dagegen wuchs auch dank Computerspielen wie Rock Band um vier Prozent auf 3,41 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr soll der um Sondereffekte bereinigte Gewinn steigen. Viacom sei aber nicht immun gegen die aktuellen wirtschaftlichen Turbulenzen, warnte der Konzern am Montag nach US-Börsenschluss in New York an.

Zu Viacom gehören unter anderem die Filmstudios Paramount und TV-Sender wie MTV und Nickelodeon. Den Konzern kontrolliert US-Medieninvestor Sumner Redstone, dessen Holding zuletzt wegen der Finanzkrise und eines Schuldenbergs massiv unter Druck kam. Erst vergangene Woche hatte der auch von Redstone beherrschte TV-Sender CBS nach Abschreibungen einen Milliardenverlust bekanntgegeben.

Redstone musste kurz zuvor ein 233 Millionen Dollar schweres Paket von Viacom- und CBS-Aktien verkaufen, um milliardenschwere Darlehen seiner Familienholding National Amusements abzusichern. Der 85-Jährige lieferte zudem wieder einmal hollywoodreife Schlagzeilen durch Auseinandersetzungen mit seiner am Geschäft beteiligten Tochter Shari Redstone.

Redstone selbst kontrolliert 80 Prozent der Holding, die übrigen 20 Prozent gehören seiner Tochter. Sie führt eine große Kinokette der Gruppe. Wegen des Kursverfalls der Beteiligungen und der hohen Schuldenlast steht Redstone laut Medien vor der Wahl, die Kinokette mit 1500 Sälen zu verkaufen oder weitere Anteile an CBS und Viacom abzugeben. Sari Redstone will sich nicht von den Kinos trennen, ihr Vater keinen Einfluss durch einen weiteren Anteilsverkauf abgeben.

Viacom erwartet für das Gesamtjahr ein Plus beim um Sondereffekte bereinigten Gewinn im mittleren einstelligen Prozentbereich bis hin zu niedrigen zweistelligen Zuwächsen. Für das dritte Quartal hatte Viacom kürzlich bereits vor dem Gewinnrückgang gewarnt und so nun die gesenkten Erwartungen der Analysten in etwa getroffen. Der Umsatz fiel höher aus als geschätzt. Die Aktie legte nachbörslich deutlich zu  << zurück zur Übersicht