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Russische Sintez-Gruppe verklagt RWE auf 1,1 Milliarden Euro

Moskau (dpa) - Dem deutschen Energiekonzern RWE steht nach dem gescheiterten Einstieg in den russischen Strommarkt weiterer Ärger ins Haus. Die russische Sintez-Gruppe hat beim Londoner Schiedsgericht Klage gegen den Essener Versorger über 1,41 Milliarden Dollar (1,1 Mrd Euro) eingereicht. Das teilte das russische Unternehmen am Montag in Moskau laut Nachrichtenagentur Interfax mit. Grund sei der Ausstieg von RWE aus einem Mitte März dieses Jahres beschlossenen Joint Venture zur Übernahme eines Anteils von 43 Prozent am russischen Strom- und Wärmeerzeuger TGK-2, hieß es. Ein RWE-Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage am Montag nicht kommentieren.

Sintez und RWE hatten etwa ein halbes Jahr lang über ein Gemeinschaftsunternehmen verhandelt. Vor zwei Monaten teilte der RWE-Konzern mit, seine Beteiligung am Projekt sei nicht mehr zweckmäßig. Als Grund wurden "RWE-Akquisitionskriterien, die aktuelle Entwicklung bei dem regionalen Wärme- und Stromerzeuger sowie das Kaufpreisniveau aus der Privatisierung" genannt. Der Einstieg von RWE bei TGK-2 hätte die Deutschen laut russischen Medienberichten 19 Milliarden Rubel (550 Mio Euro) gekostet. Sintez machte keine Angaben dazu, wie die deutlich höhere Summe der Klage errechnet wurde.

Bei der Liberalisierung des russischen Strommarktes wurde der mittlerweile aufgelöste Staatsmonopolist EES Rossii (RAO UES) in den vergangenen Jahren in regionale Kraftwerkgesellschaften vom Typ OGK und TGK aufgeteilt. Während die OGKs ihren Umsatz fast ausschließlich mit der Stromerzeugung erzielen, kommt bei den TGKs auch die Produktion von Fernwärme hinzu. Der Erzeuger TGK-2 deckt die Region nördlich und nordwestlich von Moskau ab.
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