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BASF und Gazprom weiten gemeinsame Gasförderung in Sibirien aus

Nowy Urengoi/Ludwigshafen (dpa) - Der weltgrößte Chemiekonzern BASF könnte mittelfristig noch stärker in die Gasförderung in Russland einsteigen. Der Chef des russischen Gazprom-Konzerns, Alexej Miller, stellte dem Ludwigshafener Unternehmen am Mittwoch eine Beteiligung an weiteren geplanten Förderprojekten in Ostsibirien in Aussicht. Die BASF betonte, bislang gebe es in dieser Frage aber erst einen "vorsichtigen Kontakt". In der Nähe der westsibirischen Stadt Nowy Urengoi nahmen beide Unternehmen am Mittwoch ihre zweite gemeinsame Gasförderung in Sibirien offiziell in Betrieb.

BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht sieht in dem Engagement einen wichtigen Beitrag zur Energiesicherheit in Deutschland und Europa. "Wir werden künftig noch stärker abhängig werden von Gas aus diesem Land", sagte er bei den Feierlichkeiten. "Wir beziehen nicht nur Erdgas aus Russland und vermarkten es gemeinsam mit Gazprom - wir produzieren auch gemeinsam Erdgas in Russland." Im vergangenen Jahr wurde rund ein Drittel des deutschen Gasbedarfs mit Lieferungen aus Russland abgedeckt.

Miller sagte: "Heute öffnen wir ein weiteres Kapitel in der Erfolgsgeschichte unserer Energiepartnerschaft." Das Gemeinschaftsunternehmen Achimgaz, an dem die BASF über ihre Kasseler Tochter Wintershall beteiligt ist, will über einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren bis zu 200 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus dem neuen Lager fördern.

Neben dem Gasfeld Juschno Russkoje ist es das zweite große Projekt von BASF und Gazprom zur Förderung von Erdgas in Sibirien. Juschno Russkoje hat allerdings rund dreimal so große Gasreserven wie das neue Feld. BASF und Gazprom arbeiten auch bei der Entwicklung von Infrastruktur, wie etwa die geplante Ostseepipeline, zusammen.

Aus dem neuen Feld werden derzeit täglich 1,5 Millionen Kubikmeter Gas gefördert, im Jahr 2009 sollen es fast eine Milliarde Kubikmeter werden. Die Anlaufinvestitionen in Höhe von 300 Millionen Dollar (238 Mio Euro) kamen von der BASF, insgesamt werden die Investitionen auf mindestens 700 Millionen Dollar (556 Mio Euro) veranschlagt. Die beiden Unternehmen wollen sich diese teilen.

In Juschno Russkoje werden derzeit 50 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag gefördert, bereits Mitte kommenden Jahres soll die maximale Jahresleistung von 25 Milliarden Kubikmeter erreicht werden. Dies sei zwei Jahre früher als geplant, sagte Hambrecht.

Derzeit liefert Gazprom im Jahr rund 40 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Deutschland, davon geht ein kleiner Teil weiter in andere Länder. Die beiden Lagerstätten zusammen könnten damit rechnerisch alle russischen Gasexporte nach Deutschland für weitere 20 Jahre gewährleisten.
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