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HVB erneut mit hohem Verlust - keine Prognose

München (dpa) - Die HypoVereinsbank (HVB) hat im dritten Quartal wegen der Zuspitzung der Finanzkrise erneut einen hohen Verlust eingefahren. Unterm Strich wies die Tochter der italienischen Großbank UniCredit ein Minus von 285 Millionen Euro aus. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von 83 Millionen Euro erwirtschaftet worden. "Im dritten Quartal haben wir eine eklatante Verschärfung der Finanzkrise gesehen", sagte HVB-Chef Wolfgang Sprißler am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Eine Prognose für das laufende Jahr wagte er nicht. "Ich glaube, es wäre unseriös, in diesen unsicheren Zeiten mit Prognosen zu hantieren." Der Oktober jedenfalls sei ebenfalls schwierig gewesen. "Wir fahren auf Sicht und warten ab, was am Ende des Jahres herauskommen wird."

Mit einem schnellen Ende der Krise rechne er nicht, sagte Sprißler. "Das wird uns mindestens noch das gesamte nächste Jahr beschäftigen." Das Rettungspaket der Bundesregierung für die Banken begrüßte er. Seine Bank werde daraus aber keine Leistungen in Anspruch nehmen. Derzeit bleibe die Lage an den Finanzmärkten schwierig, ergänzte Finanzvorstand Rolf Friedhofen. Geld werde derzeit nur sehr kurzfristig, meist tageweise, verliehen. Wochen- oder Monatsgeld sei "so gut wie tot". Dennoch sei die Lage halbwegs stabil. "Wir kommen sehr gut über die Runden. Wir haben bisher kein Problem, Liquidität zu bekommen."

Nach einer kurzen Verschnaufpause im Sommer verbuchte die HVB im dritten Quartal erneut einen deutlichen Verlust. Die operativen Erträge gaben von 1,34 auf rund eine Milliarde Euro nach. Das operative Ergebnis lag bei 160 Millionen Euro nach 501 Millionen im Vorjahr.

Positiv bemerkbar machten sich die jüngst gelockerten Bilanzierungsregeln, die der Bank weitere hohe Abschreibungen ersparten. Seit Mitte Oktober dürfen die Banken in der EU bestimmte Wertpapiere, für die es aktuell keinen Markt gibt, vom Handelsbuch in den Anlagenbestand umbuchen. Damit müssen sie diese nicht mehr zum aktuellen Marktpreis bewerten - dies hat in Zeiten der Finanzkrise regelmäßig zu hohen Abschreibungen geführt. Dies besserte das Vorsteuerergebnis um fast 700 Millionen Euro auf.

Neben einem Minus beim Handelsergebnis von 490 Millionen Euro musste die Bank auch ihre Kredit-Risikovorsorge kräftig ausweiten. Im Gesamtjahr rechne er hier mit einem Volumen von 800 bis 900 Millionen Euro, sagte Sprißler. "Die Tendenz geht eher in Richtung 900 Millionen." Auch im kommenden Jahr dürfte sich die Lage kaum bessern. "Nach meiner Einschätzung wird die Risikovorsorge im nächsten Jahr sicher nicht niedriger sein als in diesem Jahr."

Sorgen machte im dritten Quartal vor allem der Bereich Investmentbanking. Hier fiel ein Vorsteuerverlust von deutlich mehr als einer halben Milliarde Euro an. Die Entwicklung hier wurde allerdings durch solide Geschäfte in anderen Bereichen zumindest etwas abgefedert. Im Bereich Privat- und Geschäftskunden kam die Bank vor Steuern auf ein Plus von 49 Millionen Euro. Die Sparte Firmen- und kommerzielle Immobilienkunden wies einen Vorsteuergewinn von 191 Millionen Euro aus.

Mit Blick auf die Klagen zahlreicher Unternehmen über drastisch gesunkene Auftragseingänge wegen spärlich fließender Kredite sagte Sprißler, er sehe in diesem Bereich derzeit noch keine Engpässe. "Wir sehen keine Kreditklemme. Die Kreditvolumen steigen sogar leicht." Ohne Folgen bleibe die Krise aber nicht. So dürften sich Kredite künftig zumindest verteuern. "Die Einstandskosten werden für die Kunden steigen." Die HVB trete aber nicht auf die Bremse. "Wir werden uns berechtigten, sinnvollen und vernünftigen Investitionsvorhaben unserer Kunden nicht verschließen."
dpa mf yyby z2 so
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