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UBS-Topmanager in USA wegen Beihilfe zum Steuerbetrug angeklagt

Washington (dpa) - Ein Topmanager der Schweizer Großbank UBS ist in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt worden. In einer Mitteilung des Washingtoner Justizministeriums vom Mittwoch wird Raoul Weil konkret vorgeworfen, sich mit anderen Managern, Bankiers und US-Kunden des Unternehmens zur Verschleierung von privaten Konten und damit zum Betrug an der amerikanischen Steuerbehörde IRS verschworen zu haben. Insgesamt geht es dem Ministerium zufolge um 20 000 US-Kunden, die im Verdacht stehen, in ihren Steuererklärungen insgesamt rund 20 Milliarden Dollar (etwa 16 Milliarden Euro) an Vermögen verschwiegen zu haben.

In der Mitteilung wird Weil lediglich als Spitzenmanager einer großen Schweizer Bank mit weltweiten Geschäftsstellen bezeichnet, der Name UBS taucht nicht auf. Auf der Webseite des Unternehmens ist Weil aber als Vorstandsmitglied aufgeführt. Der "New York Times" zufolge wurde die Anklage von einer Grand Jury (Anklagekammer) in Südflorida erhoben.

Weil war laut dem Justizministerium von 2002 bis 2007 für das grenzüberschreitende Bankgeschäft zuständig. In dieser Zeitspanne habe die UBS pro Jahr 200 Millionen Dollar durch die Geschäfte mit den US-Kunden verdient. Der Anklage zufolge hätten Weil und andere Mitarbeiter der Bank den Klienten geholfen, per Scheinfirmen, Nummernkonten und verschlüsselten Laptops ihre Identitäten und Vermögen vor der IRS zu verheimlichen.

Bankiers, die Steuerbetrug an den USA Vorschub leisteten, drohten "ernste Konsequenzen unter Einschluss von Gefängnis und erheblichen Geldstrafen", erklärte John Marrella von der Steuerabteilung des Ministeriums. Der "New York Times" zufolge könnten auf Weil im Fall eines Schuldspruchs in allen Anklagepunkten bis zu fünf Jahre Haft und eine Buße von 250 000 Dollar zukommen.
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