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Oetker-Konzern in ruhigem Fahrwasser


Bielefeld (APA/dpa) - Nach den Belastungen in der Finanzkrise könnte es bei der Oetker-Gruppe diesmal wieder eine gewohnt ruhige Bilanzpressekonferenz geben. Alle großen Geschäftsbereiche haben bereits moderate Zuwächse beim Umsatz gemeldet und über Gewinne spricht man bei dem traditionsreichen Familienunternehmen ohnehin nicht.

Es ist die erste volle Bilanz, die der neue Chef Richard Oetker zu verantworten hat und er wird sie an diesem Dienstag (21.6.) voraussichtlich wieder als "zufriedenstellend" bezeichnen. Vor einem Jahr hatte die Oetker-Gruppe den stärksten Umsatzrückgang ihrer Geschichte verbucht. Vor allem durch herbe Einbrüche in der Schifffahrtssparte sanken die Erlöse im Vergleich zu 2008 um 13,9 Prozent auf 7,9 Mrd. Euro. Die Reederei Hamburg Süd verlor 28 Prozent Umsatz und landete bei 3,2 Mrd. Euro. Inzwischen hat sie sich wieder erholt. Die Reederei erhöhte ihre Transportkapazitäten, die Frachtraten stiegen und die Währungseinflüsse waren günstig: So wuchs der Umsatz um 39 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro. Allerdings würden nunmehr Überkapazitäten im Markt die Frachtraten drücken, hieß es im April in Hamburg.

Die bekannteste Sparte der Gruppe, Dr. Oetker, sieht sich ebenfalls wachsendem Kostendruck ausgesetzt. Steigende Rohwarenpreise, etwa bei Milch- und Käseerzeugnissen, Weizen, Fetten, Ölen und Kakao würden Pizza und Pudding aus dem Hause Oetker verteuern, verkündete Oetker Anfang April. Diesen Trend hatte vor wenigen Tagen auch die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie bestätigt. 2010 hatte Dr. Oetker einen Umsatz von 1,94 Mrd. Euro erzielt, ein Plus von 8,7 Prozent, ohne Zukäufe immerhin noch knapp 5 Prozent.

Umsatzplus mit Sekt

Moderate Zuwächse meldete auch die Sparte Sekt, Wein und Spirituosen (Henkell, Söhnlein, Wodka Gorbatschow). Die Wiesbadener Sektkellerei Henkell & Co. KG konnte mehr Schnaps verkaufen und damit leichte Rückgänge bei Wein und Sekt ausgleichen. Der Umsatz von 654,4 Mio. Euro bedeutet ein Plus von 2,7 Prozent, ohne Akquisitionen 1,1 Prozent.

Die größte deutsche Brauerei-Gruppe Radeberger setzte zwar weniger Hektoliter ab: 13,1 Mio. Hektoliter bedeuten einen Rückgang um 2,5 Prozent. Durch den Zukauf von Bionade wuchs der Umsatz aber 2010 um 2 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Neues Wachstum könnte ein weiterer Zukauf bringen: Seit Monaten wird über eine Übernahme der deutschen Carlsberg-Marken wie Holsten, Astra, Duckstein und Lübzer durch Radeberger spekuliert. Sowohl die Dänen als auch Radeberger (über 40 Marken, darunter Radeberger, Jever, Schöfferhofer) wollten dies bislang nicht kommentieren.

Gemächlich entwickelt sich auch das Bankhaus Lampe. Nach der Entscheidung gegen einen Kauf der Frankfurter BHF Bank halte man nach anderen Übernahmemöglichkeiten Ausschau, hieß es Anfang Mai bei der Vorlage der Bilanz in Düsseldorf. Das Bankhaus hatte 2010 seinen Gewinn um 2 auf 14 Mio. Euro gesteigert und die stillen Reserven gestärkt. Die Bilanzsumme lag bei gut 3,1 Mrd. Euro. Zufriedenstellend eben.

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