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Deutsche Post blickt nach Osten - Türkei als Schlüssellland Von Edgar Bauer, dpa

Istanbul (dpa) - Nach dem Milliardendesaster in den USA blickt die Deutsche Post intensiver Richtung Osten. Vor allem Asien gilt für Post-Vorstandschef Frank Appel auch langfristig als Wachstumsmarkt für das weltweite Express- und Logistik-Geschäft der Tochter DHL. Als Verbindungsstandort zwischen Europa, dem Mittleren Osten und auch Gesamtasien und Afrika sieht Appel in der Türkei ein "Schlüssellland". Am Flughafen in Istanbul eröffnete DHL gerade ein neues Verteilzentrum für den internationalen Lufttransport von eiligen Sendungen und Paketen.

Die Türkei und vor allem Istanbul böten als Drehkreuz zwischen Ost und West große Vorteile, erläuterte Appel am Bosporus. Die Türkei habe aus Logistiksicht eine einzigartige geografische Lage zwischen zwei Kontinenten mit Seeanbindung von der Ägäis bis zum Schwarzen Meer und günstige Verkehrswege zwischen Europa und dem Nahen und Mittleren Osten. Das Land sei ein zunehmend interessanter Absatz- und Investitionsstandort mit relativ gut ausgebildeten Arbeitskräften und einer der weltweit am schnellsten wachsenden nationalen Wirtschaften.

DHL ist in der Türkei im Expressgeschäft laut Appel bereits seit Jahren klarer Marktführer und liege auch in der Logistik mit dem Boden-, See- und Lufttransport von Gütern (Spedition) und Logistik- Management für Unternehmen (Outsourcing-Leistungen) auf einem Spitzenplatz. Mit rund 2000 Beschäftigten wurden 2007 rund 270 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet - beides soll auch mit Blick auf den Mittleren Osten ausgebaut werden.

Nicht zuletzt wegen der Ölvorkommen werde der Mittlere Osten auf lange Sicht eine wichtige Wirtschaftsregion sein, von der auch DHL profitieren wolle, sagte DHL-Speditionsvorstand Hermann Ude. Auch die Transportverbindungen zwischen Europa und dem Mittleren Osten würden immer wichtiger. DHL sei dabei, ein komplettes Bodennetzwerk in der Region aufzubauen - mit Anschluss auch an Nordafrika. Auch in Afrika will sich DHL stärker entfalten. Dort gebe es in einigen Ländern enormes Wachstum, sagte Ude. "Die Chancen sind enorm."

Appel blickt im für den Gesamtkonzern immer wichtiger werdenden globalen Logistik-Geschäft schon über die aktuelle Wirtschaftskrise hinaus, unter die Branche auch schwer leidet. "Wir sind weltweit hervorragend positioniert, in allen wachstumsstarken Märkten präsent und werden gestärkt aus der Krise hervorgehen." Die Logistik, die künftig das Kerngeschäft des Bonner Konzerns bilden soll, habe "jede Menge Wachstumspotenzial", das jetzt nach den vielen Zukäufen und Einbindungen in das DHL-Netzwerk gehoben werden müsse.
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