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BASF-Tochter kippt Erdgasleitungsprojekt in Süddeutschland

Kassel/Ludwigshafen (dpa) - Die BASF-Tochtergesellschaft Wintershall wird eine vor allem für die Versorgung Süddeutschlands geplante Erdgasleitung nicht bauen. Die Planungen für das 500 Kilometer lange und 600 Millionen Euro teure Projekt würden mit sofortiger Wirkung eingestellt, sagte der Geschäftsführer des Fernleitungsnetzbetreibers Wingas Transport, Ingo Neubert, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe). Er begründete die Entscheidung damit, dass wegen der staatlichen Preisregulierung ein wirtschaftlicher und auskömmlicher Betrieb der Leitung nicht mehr sichergestellt sei. Ein Sprecher von Wingas Transport bestätigte die Meldung. Wintershall hatte die Leitung mit E.ON-Ruhrgas bauen wollen.

Neubert sagte, die Rahmenbedingungen für den Betrieb und Ausbau von Fernleitungsnetzen in Deutschland würden immer unklarer. Er sehe eine nachhaltige und langfristige Wirtschaftlichkeit des konkurrierenden Leitungsbaus in Deutschland inzwischen nicht mehr als gewährleistet an. Bevor neue Investitionsentscheidungen in maßgeblichen Größenordnungen getroffen werden, müsse geklärt werden, wie eine Energieinfrastruktur auch zukünftig wirtschaftlich genutzt werden könne, sagte er. Als weiteren Grund für den Bauverzicht führte Neubert die jüngste Entscheidung der Bundesnetzagentur an, auch Ferngasleitungen in die Preisregulierung einzubeziehen.

Die Ankündigung kommt unmittelbar vor einer für Donnerstag (20. November) geplanten Anhörung der Bundesnetzagentur zu zwei weiteren großen Pipelineprojekten von Wintershall und E.ON-Ruhrgas, die ebenfalls von Wingas Transport gemanagt werden. Neubert verlangt hier eine gesetzliche Möglichkeit zur Freistellung von der Regulierung. Im September hatte E.ON-Ruhrgas schon gewarnt, andernfalls sei der Bau der beiden Leitungen prinzipiell in Frage gestellt.
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