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DekaBank erwartet nach Ergebniseinbruch weitere Rückschläge

Frankfurt/Main (dpa) - Die DekaBank erwartet nach einem Ergebniseinbruch in den ersten neun Monaten 2008 auch für den Rest des Jahres weitere Rückschläge infolge der Finanzmarktkrise. "Ich nehme Abstand davon, ein konkretes Ziel für 2008 zu nennen. Wir wissen nicht, was uns in den nächsten Wochen noch erwartet", sagte der Vorstandsvorsitzende des zentralen Fondsdienstleisters der Sparkassen-Finanzgruppe, Franz Waas, vor Journalisten in Frankfurt.

Ein Fragezeichen hat die DekaBank noch hinter ihrem Engagement in Island: Wegen der dortigen Bankenzusammenbrüche und des staatlichen Eingreifens seien "erheblich Abschläge" und auch "Teilausfälle" möglich, sagte Waas. "Aber das ist für uns beherrschbar, weil wir gut gepolstert sind." Die Kernkapitalquote lag Ende September bei 9,5 Prozent, zudem verfügt die Bank laut Waas derzeit über zehn Milliarden Euro Liquidität. Waas betonte, sämtliche Engagements in Island, deren Umfang er aber nicht nennen wollte, seien auf gesicherter Basis eingegangen worden. "Was wir nicht erwartet haben ist, dass der Staat mit einer Notfallgesetzgebung eingreifen würde."

Nach Mitteilung der DekaBank vom Mittwoch lag das wirtschaftliche Ergebnis - das sind Erträge minus Aufwendungen - nach den ersten neun Monaten 2008 bei 97,5 Millionen Euro. Das waren 74 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Von Juli bis Ende September fiel ein Verlust von rund 24 Millionen Euro an. Noch zur Vorlage der Halbjahreszahlen Ende August hatte sich Waas zuversichtlich gezeigt, im Gesamtjahr an das Rekordergebnis des Vorjahres von 514 Millionen Euro herankommen zu können. Nun geht der Konzern nach seinen Worten nur noch davon aus, "dass das wirtschaftliche Ergebnis 2008 positiv sein wird".

Die weitere Verschärfung der Finanzmarktkrise nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers Mitte September führte bei der DekaBank bis Ende des dritten Quartals zu Belastungen von rund 275 Millionen Euro. Auch sonst bekam das Institut die Verwerfungen an den Märkten deutlich zu spüren, wie Waas schilderte: "Im Oktober waren wir wie andere Anbieter von der Panik im Markt betroffen und hatten netto sechs Milliarden Euro Abflüsse beim Direktabsatz, davon 75 Prozent aus Geldmarktfonds. Und das, obwohl die Produkte völlig in Ordnung sind."

Sechs Milliarden Euro entsprechen zwei Drittel der bis Ende September erzielten Nettovertriebsleistung von 9,4 Milliarden Euro. "Der Oktober war für die gesamte Branche der brutalste Monat, den müssen wir erstmal verkraften", sagte Waas. "Jetzt kehrt langsam wieder Vernunft und Verstand in den Markt zurück. Der Rettungsschirm hat wieder Vertrauen und Stabilität in das System gebracht."

Zur Neuordnung der Landesbankenbranche sagte Waas, er halte den Ansatz für richtig, die Zahl der Landesbanken zu verringern. Es werde aber schwer, das umzusetzen. "Bilanzen zusammenzuschieben, macht in diesen Zeiten keinen Sinn." Die DekaBank prüft derzeit, ob Teile der WestLB betriebswirtschaftlich sinnvoll mit der DekaBank zusammengeführt werden können. "Wir schauen uns auch das Kapitalmarktgeschäft an", sagte Waas. "Wir sind in der Prüfungsphase und werden Anfang Dezember unseren Eigentümern berichten." dpa jb yyhe z2 so

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