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Microsoft mit Gewinn- und Umsatzplus - Ausblick unter Erwartungen
Der weltgrößte Software-Konzern Microsoft hat wegen der schwachen Wirtschaft seine Geschäftsprognosen gesenkt. Der wirtschaftliche Abschwung werde vermutlich länger dauern als gedacht, warnte Finanzchef Chris Liddell nach US-Börsenschluss am Donnerstag. "Es ist derzeit unglaublich schwierig, Trends hochzurechnen." Im vergangenen Quartal legte der Windows-Hersteller unter anderem dank seiner Office-Programme bei Gewinn und Umsatz zu.
Redmond (dpa) -

Der Überschuss stieg in Microsofts erstem Geschäftsquartal bis Ende September um knapp zwei Prozent auf 4,37 Milliarden Dollar. Der Umsatz kletterte deutlich stärker um neun Prozent auf 15,06 Milliarden Dollar (11,7 Mrd Euro). Microsoft habe in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld von der Breite seines Angebots profitiert, sagte Liddell am Konzernsitz in Redmond (US-Bundesstaat Washington). Ein satter Umsatzzuwachs von 20 Prozent auf 4,95 Milliarden Dollar im Geschäft mit Office-Programmen vor allem für Unternehmen stützte dabei unter anderem das schwächelnde Geschäft mit dem Betriebssystem Windows. Die aktuelle Version Windows Vista blieb bisher nach Einschätzung von Branchenbeobachtern unter den Erwartungen zurück.

Im Geschäft mit Windows-Versionen für Personal Computer, darunter Vista, verbuchte Microsoft nur ein Plus von knapp zwei Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Der anhaltende Boom sogenannter Netbooks belastete das Geschäft. Die kleinen, abgespeckten Mini-Notebooks, die neben dem taiwanesischen Hersteller Asus inzwischen von nahezu allen großen PC-Herstellern angeboten werden, sind nach Angaben der Marktforscher von Gartner derzeit einer der Wachstumstreiber der PC- Industrie. Bei ihrer minimalen Ausstattung werden sie allerdings vielfach mit dem Betriebssystem Linux oder alternativ mit dem betagten Windows XP ausgestattet, nicht dagegen mit dem speicherintensiven Vista.

Mit seinen Quartalszahlen übertraf Microsoft die Schätzungen der Analysten. Der Gewinn je Aktie stieg auf 0,48 Dollar. Experten hatten mit 0,47 Dollar gerechnet. Die Aussichten für das künftige Geschäft blieben dagegen etwas hinter den Erwartungen der Experten zurück. Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel erst deutlich, später nur noch leicht. Im Tagesverlauf hatte sie 3,7 Prozent auf 22,32 Dollar gewonnen. Seit Januar verlor Microsoft ein Drittel des Börsenwerts.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2008/2009 (bis 30. Juni) erwartet der Konzern nun einen Umsatz von 64,9 bis 66,4 Milliarden Dollar. Zuvor wurden 67,3 bis 68,1 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Der Gewinn je Aktie soll nun zwischen 2,00 und 2,10 Dollar liegen gegenüber der bisherigen Erwartung von 2,12 bis 2,18 Dollar.

Im laufenden Quartal rechnet Microsoft mit einem Umsatz von 17,3 bis 17,8 Milliarden Dollar sowie einem Gewinn je Aktie von 0,51 bis 0,53 Dollar.

Microsoft werde trotz der Turbulenzen weiter wachsen, betonte Liddell in einer Telefonkonferenz. Bei weiterer Verschlechterung der Lage werde das Unternehmen seine Ausgaben kürzen. So sei geplant, rund 500 Millionen Dollar einzusparen, indem weniger Mitarbeiter eingestellt werden und die Ausgaben für Reisen und Marketing gekürzt würden. Der Stellenausbau falle sicher schwächer aus als 2007 und als noch zu Jahresbeginn geplant.

Im noch verlustbringenden und relativ kleinen Online-Bereich legte der Umsatz im vergangenen Quartal zu. Microsoft kämpft in der Sparte gegen die Übermacht von Branchenprimus Google an. Eine Übernahme des Internet-Konzerns Yahoo! zur Stärkung gegen Google scheiterte im Sommer. Microsoft werde dank ausreichender Barreserven die derzeit niedrigen Marktwerte jedoch für die Übernahme mehrere kleinere Firmen nutzen, sagte Lidell dem "Wall Street Journal". Pro Jahr visiere der Konzern den Kauf von 20 bis 25 Firmen an.

In der Unterhaltungssparte mit der Spielekonsole Xbox 360 fiel der Umsatz um sechs Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Das Geschäft lief mit einem leicht gestiegenen Gewinn aber besser als ursprünglich erwartet. Microsoft hatte im Vorjahresquartal den Spielehit "Halo 3" auf den Markt gebracht, der damals den Absatz deutlich angekurbelt hatte. Zuletzt legten die Absatzzahlen nach einer erneuten Preissenkung bei der Konsole wieder zu. Microsoft hat von der Xbox 360, deren Preis in der Einstiegsversion nun noch unter dem der bislang günstigsten Konsole Wii von Nintendo liegt, im vergangenen Quartal 2,2 Millionen Stück verkauft - ein Absatzzuwachs von 20 Prozent im Jahresvergleich.
dpa fd/rg xx z2 so

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