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Dell leidet unter schwacher Nachfrage - Gewinnrückgang


Round Rock (dpa) - Der weltweit zweitgrößte PC-Hersteller Dell kämpft infolge der Finanzkrise mit einer schwächeren Nachfrage und sinkenden Gewinnen. Durch massive Einsparungen und den Abbau tausender Jobs konnte der US-Konzern aber sein Betriebsergebnis deutlich steigern. Die Nachfrage bei Endkunden werde weltweit schwierig bleiben, warnte der Konzern am Donnerstag nach US- Börsenschluss am Sitz in Round Rock (Texas). Mit weiteren Kosteneinsparungen will sich das Unternehmen für die schwache Marktlage rüsten und gestärkt aus der Krise heraus kommen.

Der Überschuss fiel im Ende Oktober abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal um fünf Prozent auf 727 Millionen Dollar (584 Mio Euro). Der Umsatz gab um drei Prozent auf 15,16 Milliarden Dollar nach. Dank der um elf Prozent geringeren Kosten kletterte das operative Ergebnis dagegen um 22 Prozent auf knapp 1,02 Milliarden Dollar.

Hauptkonkurrent und Marktführer Hewlett-Packard hatte dagegen diese Woche die Analysten mit deutlich über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen überrascht. Die endgültigen Zahlen für das dritte Geschäftsquartal will HP Anfang kommender Woche bekanntgeben. Während Dell weit über die Hälfte seines Umsatzes mit Personal-Computern macht, nimmt der Rivale allerdings nur rund ein Drittel seines Umsatzes mit PCs ein. Auf den Computer-Herstellern lastet derzeit zudem ein massiver Preisdruck.

Gegenüber dem zweiten Quartal fielen bei dem texanischen Computer- Bauer allein 2200 Jobs weg. Das Unternehmen beschäftigt nun noch 80 800 Mitarbeiter - ein Rückgang von neun Prozent zum Vorjahr. Dell habe sein Geschäftsmodell schnell an die Herausforderungen angepasst, sagte Konzernchef Michael Dell. Zuletzt hatte das Unternehmen, das seine Produkte lange Zeit ausschließlich über das Internet verkaufte, den Vertrieb auch auf große Elektronik-Ketten ausgeweitet.

Den Gewinn je Aktie steigerte Dell durch Aktienrückkäufe von 0,34 auf 0,37 Dollar. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten. Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel um rund fünf Prozent. Im Tagesverlauf hatte sie in einem sehr schwachen Gesamtmarkt 5,2 Prozent auf 9,81 Dollar verloren.

Die umfangreichen Sparmaßnahmen haben nach Einschätzung von Bill Kreher, Analyst bei der US-Investment-Gesellschaft Edward Jones, das sinkende Wachstum aufgewogen. "Damit wird das Unternehmen nicht nur überleben, sondern auch stärker werden." Problematisch sei allerdings Dells schwacher Zuwachs im ansonsten vergleichsweise robusten Markt mit Laptops. Hier legte das Unternehmen nur leicht zu (plus 3 Prozent), bei Desktop-Rechnern fiel es klar (minus 14 Prozent).

Dell erzielt inzwischen ein Drittel seiner Umsätze und Gewinne mit Servern, Speichern, Dienstleistungen und Software. Das Server- Geschäft gab allerdings ebenfalls nach (minus 5 Prozent). Das Unternehmen hatte vor rund zwei Jahren die Führung im weltweiten PC- Markt an den Rivalen Hewlett-Packard verloren, der zudem mit einer deutlich breiteren Produktpalette für Krisenzeiten besser gerüstet ist. Jüngsten Zahlen des Marktforschers Gartner zufolge kommt HP im weltweiten PC-Geschäft auf einen Marktanteil von 18,4 Prozent vor Dell mit 13,6 Prozent. Auf Platz drei holte der taiwanesische Computerbauer Acer mit mittlerweile 12,5 Prozent deutlich auf. dpa fd/rg xx/yyon z2 gö
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