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Opel plant trotz Krise keine Kündigungen bis 2010 - Vertrag steht


Rüsselsheim (dpa) - Der Autobauer Opel will trotz der Krise am Automarkt auf Kündigungen in Deutschland bis 2010 verzichten. Der mit den Gewerkschaften geschlossenen Zukunftsvertrag werde erfüllt, sagte Opel-Chef Hans Demant dem Magazin "Autogazette". "Wir müssen unsere Produktion den Marktbedingungen anpassen - das bewältigen wir ohne Personalabbau", sagte Demant nach Angaben des Magazins vom Freitag.

Die Bundesregierung sieht unterdessen trotz der unsicheren US- Hilfen für den Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) derzeit keine neue Entscheidungsgrundlage für eine Opel-Bürgschaft. Die Regierung werde sich nicht davon abhängig machen, wann in anderen Staaten über Maßnahmen entschieden werde, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag in Berlin. In den USA waren geplante Soforthilfen für die ums Überleben kämpfende amerikanische Autoindustrie zunächst gescheitert.

Opel-Chef Demant sagte der "Wirtschaftswoche", er sehe die Liquidität von Opel "noch weit bis ins nächste Jahr" als gesichert. "Wir haben nicht das Problem, dass wir demnächst mit dem Rücken an der Wand stehen. Wir fragen nach einer Bürgschaft nur für den Fall, dass sich die Situation bei GM in den USA noch weiter verschlechtert und wir dann keinen Zugriff mehr auf Geld des Mutterkonzerns hätten", sagt Demant der Zeitschrift.

In einem Interview mit dem Internetportal der "Frankfurter Rundschau" bestritt Demant Darstellungen, dass der Mutterkonzern General Motors Schulden bei dem Rüsselsheimer Unternehmen habe, etwa für Leistungen der deutschen Entwicklungsabteilung. "GM hat keine Schulden bei Opel", sagte er nach Angaben von "FR-Online". Man habe "nur für den Fall um eine Bürgschaft gebeten, wenn sich die Situation bei GM in den USA weiter verschlechtern" und Zahlungen ausbleiben sollten.

Die Bundesregierung reagierte laut "FR-Online" überrascht auf diese Aussagen des Opel-Chefs. In den Gesprächen der vergangenen Woche habe Opel sowohl bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wie auch im Bundeswirtschaftsministerium und Bundesfinanzministerium stets den Eindruck erweckt, Forderungen von etwas mehr als zwei Milliarden Euro gegenüber dem Mutterkonzern General Motors zu haben und deswegen in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken.

Opel stellte am Abend klar: "Es sind keine Schulden in dem Sinne, dass wir auf unbezahlten Rechnungen sitzen", sagte Sprecher Andreas Kroemer und ergänzte: "Es sind Verpflichtungen der Eigentümerin, also Forderungen, die aber noch nicht fällig sind."

Vize-Regierungssprecher Steg sagte weiter, noch sei offen, ob Opel überhaupt Hilfe wünsche. Sollte der Autobauer eine Bürgschaft beantragen, werde bis vor Weihnachten entschieden. Aktuell befänden sich die Gespräche noch in einer frühen Phase.

Das Land Hessen hatte mit einem eigenen Gesetz bereits den Weg für Bürgschaften des Landes in Höhe von mehreren 100 Millionen Euro freigemacht. Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und Hessens SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel befürworteten erneut Staatshilfen für den Autobauer Opel. "Wir sind uns einig darüber, dass es notwendig ist, zu helfen", sagte Beck nach einem Treffen der beiden Politiker in Mainz.

General Motors fährt in den USA nach einem Bericht des "Wall Street Journals" seine Produktion nochmals zurück. Der Opel- Mutterkonzern wolle die drastischen Kürzungen noch am Freitag bekanntgeben, berichtete das Blatt. Ein GM-Sprecher bestätigte dem Blatt grundsätzlich, dass der Autobauer Anpassungen der Produktion ankündigen wolle. Er nannte aber keine Details.
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